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15. 08. 2017

Lange Pause für Julius Wolf - Flügelspieler fällt nach Rückenoperation aus

Noch vor dem Start in die Testspielphase hat Science City Jena den ersten personellen Ausfall zu beklagen. Die Ostthüringen müssen bis mindestens Dezember auf Flügelspieler Julius Wolf verzichten, der sich Anfang August einer Rücken-Operation unterzog. Während Jenas Nummer 13 hofft, noch vor dem Jahreswechsel zurückkehren zu können, wird sich eine längere Phase der Rehabilitation nicht vermeiden lassen. Bereits im letzten Jahr hatte der 24-jährige Flügelspieler mit Rückenbeschwerden zu kämpfen, verpasste die Saisonvorbereitung sowie die ersten Begegnungen der zurückliegenden Spielzeit. Nach dem Versuch die Probleme zunächst konservativ zu behandeln, entschied sich der Youngster in Absprache mit den behandelnden Ärzten Ende Juli 2017 zu einer Operation, die einen längeren Genesungsprozess nach sich ziehen wird. Wir wünschen unserem "Beardman" vorab schon einmal alles Gute und eine schnelle Heilung, um im gesetzten Zeitrahmen auf das Parkett zurückkehren zu können.

Julius, du hattest bereits im letzten Jahr Rückenprobleme, musstest Dich in diesem Jahr operieren lassen. Wie kam es dazu?

Ich hatte meinen Rücken im letzten Sommer ganz offensichtlich falsch belastet. Nachdem die ersten Schmerzen aufkamen, im Verlauf der Folgezeit nicht verschwanden, haben wir ein MRT gemacht. Die erste Befürchtung, ein Bandscheibenvorfall, hatte sich glücklicherweise nicht bestätigt. Dennoch brauchte ich letztendlich knapp drei Monate, bevor ich wieder ins Training einsteigen konnte. Im Heimspiel gegen Bonn bin ich dann auf das Parkett zurückgekehrt. Das war soweit in Ordnung. Zwar kamen die Schmerzen zwischenzeitlich immer wieder zurück, bis zum Saisonende hielten sich die Probleme allerdings in Grenzen. Erst nachdem sich mein Körper mit dem Saisonende heruntergefahren hatte wurden die  Schmerzen wieder stärker. Diese strahlten vom Rücken dann bis ins linke Bein.

Es folgten wieder Untersuchungen um die Schmerzen lokalisieren zu können?

Genau. In Absprache mit unserem Mannschaftsarzt Dr. Stanek ergab sich der Kontakt mit Dr. Hahne in München. Der erste Ansatz war auch hier zunächst eine konservative Behandlung, um nicht gleich unters Messer zu müssen. Nachdem es zwischenzeitlich wieder besser geworden war, kamen die Schmerzen jedoch immer wieder zurück. Ich konnte kaum noch sitzen, hatte erneut Probleme mit dem ausstrahlenden Schmerz bis ins Bein. Mit zunehmender Zeit sind wir zu dem Schluss gekommen, handeln zu müssen. In Absprache zwischen den beiden Ärzten und mir haben wir entschieden, eine Operation durchzuführen. Anfang August bin ich nach München gefahren, wurde stationär aufgenommen und operiert. Bei dem Auslöser handelte es sich um eine angeborene Verengung im Lendenwirbelbereich die immer wieder auf den Nerv gedrückt und die Schmerzen verursacht hat. Dazu hatte sich noch eine Zyste gebildet, die allerdings nicht der Auslöser war. Die Verengung wurde erweitert, die Zyste abgeklebt, damit sie nicht platzen kann. Nun hoffe ich auf ein schmerzfreie Zukunft. Aktuell geht es dem Rücken gut.

Das bedeutet jetzt dennoch eine längere Pause für Dich?

Leider ja. Nach der Operation sind zunächst sechs Wochen Ruhe angesagt bevor ich wieder Step by Step mit Sport beginnen darf. Ich soll nicht so viel sitzen, eher liegen oder laufen und primär meinen Rücken entlasten. Das nutzte ich aktuell um viel spazieren zu gehen oder seit dieser Woche beim Training zuzuschauen. Ich möchte natürlich möglichst zeitnah in die Reha starten. In den kommenden Wochen steht erst einmal ein Physio-Programm an um meine Muskulatur zu erhalten.

Welche Zeitschiene ist aus Deiner Sicht aktuell realistisch?

Ich will zwischen Ende August und Anfang September mit der Reha beginnen. Allerdings ist der Rücken ein sehr sensibler Bereich auf den man ganz besonders zu achten hat. Die Physiotherapie und mein Einsteig in die Reha wird in Absprache mit den Ärzten erfolgen, bei denen ich mich in sehr guten aufgehoben fühle. Mein persönliches Ziel ist es, Mitte Dezember wieder bei einhundert Prozent zu sein. Zum Glück wurden die Bandscheiben in Ruhe gelassen. Dennoch wird es nur Schritt für Schritt gehen. Ich bin dennoch optimistisch, da die Rahmenbedingungen in unserem medizinischen Bereich optimal sind.

 

Du kennst das Gefühl aus dem letzten Jahr. Wie schwierig ist es, in der Rolle des Zuschauers auf der Bank zu sitzen?

Das ist extrem schwierig und gefühlt noch eine ganze Ecke schlimmer als die eigentliche Verletzung. Nachdem die Unsicherheit, nicht zu wissen, ob man auf BBL-Niveau mithalten kann, im Verlauf der letzten Saison gewichen ist, addiert sich der Frust, nun erneut auszufallen, um ein Vielfaches. Ich denke, dass ich unter Beweis gestellt habe, in der Liga mithalten zu können. Das Gefühl draußen zu sitzen und nix tun zu können ist nur schwer zu verarbeiten, vor allem mental. Ich will natürlich trotzdem so oft wie möglich beim Training oder im Spiel dabei sein, möchte nah am Team bleiben. Ob es mit dem Sitzen für unsere Auswärtsfahrten reicht, werden die Ärzte entscheiden müssen.

Wann und wie startet Dein Programm um wieder reinzukommen?

In knapp zwei Wochen kann ich anfangen zu schwimmen oder mich auf ein Fahrrad zu setzen. Der Rest wird sich mit der Zeit ergeben und hoffentlich positiv entwickeln.

Was erwartest Du von der anstehenden Saison?

Für uns kann es eigentlich nur um den Klassenerhalt gehen. Ich denke, dass die Liga sehr spannend wird. Es wird wieder einige Überraschungsteams. Auch unserem Team traue ich zu, für die ein oder anderen Überraschung zu sorgen. Mit Blick auf den aktuellen Kader erinnert mich die Zusammenstellung an die beiden letzten Jahre, in dem das Team im Vordergrund stand. Basketball ist nun mal ein Mannschaftssport. Insofern wird es darauf ankommen den Ball gut zu bewegen, unberechenbar zu bleiben und die Angriffsoptionen flexibel auszuspielen. Die Charaktere in unserer Mannschaft bringen all das mit, um attraktiven und hoffentlich erfolgreichen Basketball zu präsentieren, Sport, der sicher auch bei den Fans ankommt.