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13. 04. 2018

Ostderby-Dramatik 2.0 - Kein Duell für lange Fingernägel

Als der orangefarbene Spalding am Abend des 30. Dezember 2017 die Hände von Skyler Bowlin verließ und sich dazu entschied, über das Brett des MBC durch die Reuse der Sachsen-Anhalter zu rutschen, explodierte der Auswärtsblock in der Weißenfelser Stadthalle mit über 300 mitgereisten Jenaer Fans emotional - Verlängerung. Als sich Julius Wolf in der sich anschließenden fünfminütigen Overtime ein Herz fasste, aus knapp neun Meter abdrückte und den Ball versenkte, um den 100:94-Sieg von Science City zu glätten, war im Fanlager der Ostthüringer massive Hühnerpelle angesagt. Nach einer denkwürdigen, umkämpften und bis zum Schluss engen Partie hatte das Harmsen-Team den Liga-Rivalen saaleaufwärts niedergerungen und sich den Premieren-Sieg zwischen beiden Vereinen in der easyCredit BBL gekrallt.

Eine ähnliche Gänsehautentzündung wünschen sich die Jenaer Basketball-Fans auch am Samstagabend ab 20.30 Uhr, eventuell für Fingernagellänge oder Haarfarbe ein Stück weniger dramatisch oder vielleicht auch besser nicht. Zu aufregend war die Dramaturgie am letzten Tag vor Silvester, zu ausgelassen die Freude des Thüringer Anhangs, der sich selbst eine halbe Stunde nach dem Sieg nur schwer beruhigen wollte. Das Spiel zwischen Science City Jena und dem Mitteldeutschen BC dürfte auch im Rückrunden-Duell zahlreiche Fans in seinen Bann ziehen und für eine (hoffentlich) proppenvolle Arena sorgen. Ungeachtet des fast sicheren Klassenerhalts für Jena und die Wölfe steht schließlich das Wort „prestigeträchtig“ dick unterstrichen im Spielplan beider Clubs.

Der Basketball-Stolz Thüringens glänzt aktuell mit 12. Saisonsiegen und hat nach dem spät herausgearbeiteten 91:64-Blowout in Tübingen allenfalls nur noch rechnerisch Gründe, die Stirn in Falten zu legen. Ähnlich sieht es für das Team von Trainer Igor Jovovic aus, dessen Kader am letzten Wochenende den Playoff-Ambitionen von ratiopharm Ulm einen herben Dämpfer versetzte. Nach dem 80:69-Erfolg gegen die Donaustädter am zurückliegenden Samstag im eher ruhigeren Fahrwasser auf die letzte Etappe der BBL startend, liegen die Weißenfelser mit aktuell neun Siegen zwar noch nicht im sicheren Hafen, allerdings aussichtsreicher als die Kellerkinder aus Bremerhaven, Göttingen und Erfurt.

Über Jahre die Fahne des mitteldeutschen Basketballs in der Bel Etage stets allein stemmend, haben die Weißenfelser Wölfe seit zwei Spielzeiten sportlich gesunde Konkurrenz aus Jena bekommen. So waren es die Saalestädter (Süd - Jena), die das Zepter der Saalestädter (Nord -  Weißenfels) 2016 übernahmen. Nach dem Erstliga-Aufstieg von Science City vor zwei Jahren mussten sich die Thüringer allerdings 12 Monate gedulden, bevor die Wölfe ihren „Betriebsunfall“, dem Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga, souverän korrigierten. Mit großer Spannung erwartet, hielt die eingangs erwähnte Premiere von der ersten bis zur 45 Minute alles, was das Herz eines Basketballfans begehrt. Nun geht die Ostderby-Dramatik in die zweite Runde und hat trotz der sicheren Platzierungen beider Tabellennachbarn aus Science City (Rang 13) und Weißenfels (Rang 14) nichts vom ursprünglichen Charme eingebüßt. Vielmehr erwarten beide Fanlager einen ähnlich atemberaubenden Schlagabtausch wie vor knapp vier Monaten.

Final möchte Science City darauf hinweisen, dass die Straßenbahnhaltestelle „Sparkassen-Arena“ aufgrund der aktuell laufenden Baumaßnahmen des Jenaer Nahverkehrs am Wochenende nicht angefahren wird. Basketball-Fans, die beabsichtigen mit Ihrem PKW anzureisen, haben die Möglichkeit auf die Parkplätze des Burgaupark sowie des Gartencenters Klee auszuweichen.

Restkarten sind online sowie über die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich!