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17. 04. 2017

Science City Jena lässt bei den Fraport Skyliners möglichen Auswärtssieg liegen

Mit einer erst spät feststehenden sowie völlig unnötigen 69:61-Niederlage kehrt Science City Jena am Ostermontag aus Frankfurt zurück. Der Erstliga-Aufsteiger aus Ostthüringen unterlag den Fraport Skyliners vor 4400 Zuschauern, musste im Duell zweier Tabellennachbarn auf den angeschlagenen Leistungsträger Julius Jenkins verzichten. Während die Saalestädter ungeachtet dieses schwerwiegenden Ausfalls  fokussiert in die Partie starteten, sich nach dem Auftaktviertel einen verdienten 19:13-Vorsprung erspielt hatten, baute die Mannschaft von Trainer Björn Harmsen die Führung bis zur Halbzeit auf 39:25 aus. Zwischenzeitlich mit 17 Punkten in Front liegend (22.Minute, 42:25) brach das Spiel der Thüringer im Verlauf der zweiten Hälfte jedoch fast komplett ein.

Während die Saalestädter konzentriert in die Partie starteten, den Fraport Skyliners zunächst ein Duell auf Augenhöhe lieferten, setzte Kapitän Wayne Bernard mit seinem Dreier zur Jenaer 14:11-Führung (7.) einen wichtigen offensiven Impuls für die Thüringer. Mit diesem Vorsprung im Rücken blieb Science City bis zur ersten Viertelpause das zwingendere Team. Offensiv mannschaftsdienlich agierend, war es Jenas Urgestein Ermen Reyes-Napoles, der 33 Sekunden vor der Viertelsirene aus der Distanz zum 19:13 traf.

Auch im zweiten Viertel lief das Spiel des Harmsen-Teams in gewünschten Bahnen. Vor allem Stephan Haukohl war zu in dieser Phase kaum zu stoppen. Mit fünf aufeinanderfolgenden Punkten zum 24:13 (13.) zwang der Jenaer Flügel die Gastgeber zu einer Auszeit. Zwei sich anschließende Dreier durch Reyes-Napoles und Julius Wolf sowie ein Korbleger durch Haukohl ließen den Vorsprung der Ostthüringer bis auf 32:15 (15.) anwachsen bevor Max Merz die offensive Talfahrt der Hausherren stoppte. In dieser Phase versuchten die beiden Frankfurter Leistungsträger Quartez Robertson und Shawn Huff zu übernehmen. Nachdem die Hessen bis auf 35:25 (18.) verkürzt hatten konterte Jena bis zur Halbzeitpause, verabschiedete sich mit einem vermeintlich komfortablen 39:25-Vorsprung in die Kabine.

Auch nach Rückkehr aus den Katakomben der Fraport Arena blieb Science City zunächst die tonangebende Mannschaft. Angeführt von Veteran Immanuel McElroy verteidigte das Harmsen-Team seine verdiente Führung, sorgte durch einen Korb von Julius Wolf zum 44:29 (23.) für einen zweistelligen Vorsprung, welcher im Anschluss jedoch dramatisch einbrechen sollte. Wie verwandelt präsentierten sich die Skyliners in dieser Phase, sorgten mit einem 14:2-Lauf für den 46:43-Anschluss und einen Kurswechsel der Partie. Überflüssige Jenaer Ballverluste gepaart mit Fehlwürfen und unnötigen Fouls öffneten den nun deutlich physischer zu Werke gehenden Hausherren die Tür zum Heimsieg. Zwar verteidigten die Saalestädter ihre Führung vor dem Start in das Abschlussviertel – 49:47 – das Momentum hatte jedoch längst auf der Bank der Hessen Platz genommen.

Während die Mainstädter spät, aber nicht zu spät ins Spiel gefunden hatten, sich nach einen Korbleger von AJ English zum 50:49 erstmals seit der 5. Minute wieder in Front werfen konnten, hielt Immanuel McElroy mit Physis und Mentalität dagegen. Sein Dreier zum erneuten Führungswechsel (33.Minute - 52:50) war allerdings fast schon einer der letzten Jenaer Atemzüge. Zwar gelang es Center Kenny Frease an der Freiwurflinie mit stabiler Quote zu überzeugen und den Jenaer 55:52-Vorsprung (34.) kurzzeitig zu konservieren, in der Schlussphase lief jedoch alles gegen den Erstliga-Aufsteiger. Nach drei verpassten Freiwürfen von Shaq Goodwin setzten die Fraport Skyliners zur Aufholjagd an. Zwei erfolgreiche Dreier von Robertson und Huff kippten das Duell schlussendlich zu Gunsten der Hessen (58:56), die in AJ English – 10 Punkte in den letzten beiden Minuten - den stabilsten Scorer auf dem Parkett stehen hatten.

Björn Harmsen (Science City Jena): "Glückwunsch an Gordie und das Frankfurter Team. Am Ende haben sie das Spiel verdient gewonnen. Sie sind in der zweiten Halbzeit deutlich physischer, aggressiver und konzentriertet aufgetreten. Wir hingegen haben in der Offensive nicht die Ruhe bewahrt und den Ball nicht mehr gut bewegt. Gerade auswärts gegen eine so gute Defensive wird es dann schwer. Noch schwieriger natürlich, wenn unsere beiden besten Offensivspieler in Julius Jenkins und Marcos Knight nicht mit dabei sein. Ich bin dennoch zufrieden mit der Art, wie wir das Spiel gestartet haben."

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): "Ich möchte Björn und seinem Team gratulieren! In der ersten Halbzeit hat nur eine Mannschaft guten Teambasketball gespielt und den Ball bewegt und das war Jena. Ganz ehrlich: Von unserer Körpersprache und unserem Auftreten war ich extrem enttäuscht. Wir hatten Glück, dass wir uns in der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel gekämpft haben. In der Halbzeitansprache ging es nicht um Taktik, sondern nur darum, dass wir mental nicht bereit für dieses Spiel waren. Shawn Huff hat uns da lange getragen, in der zweiten Halbzeit haben sich dann auch Quantez [Robertson], AJ [English] und Mike [Morrison] wieder ins Spiel gearbeitet."

SCJ: McElroy 10, Wolf 9, Bernard 9, Haukohl 9, Clay 7, Goodwin 6, Reyes-Napoles 6, Frease 3, Schmidt 2, Mackeldanz