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17. 03. 2017

Science City unterliegt Gießen nach verschlafenem Startviertel mit 71:77

Mit einer schlussendlich verdienten 71:77-Niederlage gegen die GIESSEN 46ers verabschiedete sich Science City Jena vor 2574 stimmungsvoll mitgehenden Zuschauern am Freitagabend in eine zweiwöchige Pflichtspielpause. Die Thüringer unterlagen dem Gast aus Hessen nach einem schwerwiegenden Ausfall von Topscorer Marcos Knight, der aufgrund einer muskulären Verletzung kurzfristig pausieren musste. Nach einem verschlafenen Startviertel (13:30) kämpften sich die Thüringer im weiteren Spielverlauf zwar wieder zurück, gingen durch Wayne Bernard in der 35. Minute Sogar noch einmal mit 64:63 in Front, fanden in der Schlussphase aber keine Antworten mehr auf die zielstrebigeren Offensivaktionen der Hessen. Die Entscheidung fiel nach einem Dreier von Cameron Wells zum 71:75 mit 16,8 Sekunden vor der Schlusssirene.

 

 

Während die Lahnstädter in der Startphase schnell in Führung gingen, nach einem Dreier von Dwayne Evans bereits in der 4. Minute mit 14:5 in Front lagen, schrillten zu diesem frühen Zeitpunkt auf der Bank der Hausherren alle Alarmglocken. Mit einer Auszeit versuchte Jenas Coach Björn Harmsen die hochprozentige Quoten der Gäste zu brechen und seinen Kader entsprechend zu sortieren. Es blieb beim Versuch, da sich der Gast aus Hessen auch nach dem Timeout unbeeindruckt zeigte, Science City in der Verteidigung zu nachlässig agierte und den 46ers immer wieder erfolgreiche Abschlüsse gestattete. Nach zwei sicher verwandelten Distanzwürfen von Skyler Bowlin auf 25:10 (8.) enteilt, lief das Spiel der Mannschaft von Denis Wucherer bis zum 30:13-Viertelendstand wie an der Schnur gezogen.

Nach dem verkorksten Startviertel um Rhythmus bemüht, blies Science City zur Aufholjagd, sorgte mit einem 9:0-Lauf für den 21:30-Anschluss (14.), der von den Lahnstädtern jedoch routiniert gekontert wurde. An der Grenze zur zweistelligen Führung pendelnd, sorgten Cameron Wells und Dwayne Evans bis zur 16.Minute wieder für ein komfortables Anwachsen des Gießener Vorsprungs, der 56 Sekunden vor der Halbzeitsirene mit einem weiteren erfolgreichen Dreier von Bowlin bis  auf 43:27 (19.) ausgebaut wurde. Zwar verkürzte Ermen Reyes-Napoles 37 Sekunden vor Ende der ersten Hälfte aus der Distanz auf 43:30, die letzte Aktion gehörte jedoch wieder den Gästen, die sich mit einem verwandelten Freiwurf von Pluskota zum 44:30-Halbzeitstand in die Kabine verabschiedeten. Während  die Hessen bis zu diesem Zeitpunkt mit einer unglaublichen  Dreierquote von 86 Prozent (6/7) glänzen konnten, waren bei Science City (4/17) die Visiere  komplett verstellt. Auch die Rebound-Statistik sprach mit 21:13 in den ersten 20 Minuten klar zu Gunsten der 46ers.

Mit einem zweiminütigen Shootout jenseits des Perimeters in die zweite Hälfte startend, rauschten drei aufeinanderfolgende Distanzwürfe von Cameron Wells, Julius Wolf und Immanuel McElroy durch die Reusen beider Teams, bevor die Gäste bis auf 60:42 (27.) nachlegten. Von dem vermeintlich vorentscheidenden Rückstand eher unbeeindruckt gelang es Science City Jena in der Folge sich wieder Punkt um Punkt zurückzukämpfen. Einmal mehr war es der an diesem Abend stark abliefernde Immanuel McElroy mit einem Dreier zum 60:51-Anschluss, der sein Team erneut in Schlagdistanz brachte. Für den Endstand des dritten Abschnitts sorgte unterdessen Cameron Wells mit einem Freiwurf zum 61:51. Erneut entwickelte sich das Abschlussviertel zu einer zehnminütigen Crunchtime, die mit einem Jenaer 10:0-Lauf startete. Nach einem Floater von Wayne Bernard auf 61:61 (34.) ausgleichend, konterte Jenas Kapitän eine Zeigerumdrehung später einen Korb von Justin Sears zur ersten Führung der Thüringer – 64:63. Doch Gießen blieb auch in dieser umkämpften Phase stabil, fand mit Wells und Saibou zwei erfolgreiche Vollstrecker, die auf 67:64 antworteten. Mit vereinten Kräften durch Julius Jenkins und Wayne Bernard gelang es den Saalestädtern an der Linie auf 67:67 (36.) auszugleichen, bevor die bis dahin eher unscheinbare Komponente Marco Völler übernahm. Mit fünf aufeinanderfolgenden Punkten, darunter ein wichtiger Dreier 129 Sekunden vor der Schlusssirene, hatte der Ex-Gothaer das Sieger-Pendel in Richtung der Hessen ausschlagen lassen.

In den beiden verbleibenden Minuten stemmten sich die Jenaer noch einmal kollektiv gegen die drohende Heimniederlage. Nachdem ein über den Gießener Korb rollender Layup von Immanuel McElroy 58 Sekunden vor der Sirene den Anschluss verhinderte, traf Jenas Center Oliver Mackeldanz 35,5 Sekunden vor Ultimo nervenstark seine beide Freiwürfe zum 71:72. Wie zwei Schwergewichtsboxer in der zehnten Runde durch die Seile taumelnd, setzte Gießens Cameron Wells zum  entscheidenden Knockout an. Sein 16,8 Sekunden vor Ende durch die Jenaer Reuse rutschender Dreier zur Gießener 75:71-Führung beendete letztendlich alle Hoffnungen auf einen Heimsieg des Erstliga-Aufsteigers.

Denis Wucherer: „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist nicht einfach in Jena vor einer solchen Kulisse zu bestehen. Ab dem zweiten Viertel hat es Science City verstanden, sich ins Spiel zurückzukämpfen. Björn Mannschaft hat schwere Würfe getroffen und wurde vom Publikum gut unterstützt. Die deutlichste Statistik des Spiels spricht mit 18:9 Assists dann doch aber zu unseren Gunsten. Wir waren heute das erwachsenere Team was die Ballbewegung betrifft“.

Björn Harmsen: „Glückwunsch an Denis zum Sieg seiner Mannschaft. Wir haben bis auf das Startviertel alle drei weiteren Abschnitte gewonnen, was in der Endabrechnung jedoch leider nicht gereicht hat. Mit dem Ausfall von Marcos Knight kurz vor dem Spiel aufgrund einer muskulären Verletzung ist uns ein wichtiger Baustein weggebrochen. Im ersten Viertel haben wir den Ball und die Verantwortung hin und hergeschoben, konnten keinen Spielfluss aufbauen. Trotz des Spielbeginns hat das Team aber einmal mehr Charakter gezeigt, hat sich im Schlussviertel dann auch noch einmal eine Führung erkämpfen können. Gießen steht in der Tabelle zu recht weiter oben. Während wir bisher eine großartige Saison gespielt haben, befinden wir uns derzeit am Limit“.

SCJ: McElroy 21 Punkte, Jenkins 13, Reyes-Napoles 11, Bernard 9, Wolf 5, Mackeldanz 5, Frease 3, Haukohl 2, Clay 2, Goodwin, Schmidt – Knight (DNP)