Top4-Traum endet in Breitengüßbach
Mit einer 53:64-Niederlage endete am vergangenen Sonntag der Jenaer Traum der Final-Runde der NBBL. Das Team um Trainer Frank Müller unterlag dem TSV Breitengüßbach im Playoff-Viertelfinale, schied trotz einer bis zum Achtelfinale makellosen Bilanz von zuvor 18 Siegen in 18 Spielen aus dem Wettbewerb aus. Während das spielstarke Nachwuchsteam des deutschen Meisters aus Bamberg bereits das Hinspiel an der Saale nach zweimaliger Verlängerung mit 89:84 zu seinen Gunsten entscheiden konnte, gelang es den Jenaern nicht, mit einem Sieg in der Hans-Jung-Halle ein drittes Spiel zu erzwingen.
Von gut 50 Fans und Eltern begleitet, war den Science-City-Youngstern der Druck in diesem bedeutungsvollen Duell anzumerken. In erster Linie von Einzelaktionen geprägt, offenbarten die Thüringer große Probleme ins Spiel zu finden. Die Gastgeber, von Aufbauspieler Alexander Engel angeführt, präsentierten sich äußerst fokussiert, erspielten sich in den ersten zehn Minuten eine verdiente 18:12-Führung. Auch im zweiten Abschnitt dasselbe Bild. Ein früher 28:19-Vorsprung der Hausherren in der 14.Minute lies aus Jenaer Sicht nichts Gutes erahnen. Während sich Science City im weiteren Verlauf mühte den Rückstand nicht anwachsen zu lassen, lief das Spiel der Gastgeber flüssiger, trafen die Güßbacher hochprozentiger und schickten das Müller-Team mit einem 33:25-Rückstand in die Halbzeitpause.
Nach Wiederanpfiff behielt Science City trotz Rückstand die Nerven, antwortete nach einer kurzen Warmlaufphase konsequent und kämpferisch. Von Stephan Haukohl angeführt, verkürzte Jena nun Punkt um Punkt. Hatte das Müller-Team in der 23. Minute noch mit 38:27 zurückgelegen, so gab Haukohl mit seinem Hustle-Play, bei dem er in der Luft nach dem Ball hechtete und diesen vor dem Aus rettete, das Signal zur Jenaer Aufholjagd. Paul Albrecht nutzte im Anschluss einen Pass von Josip Peric, um auf 38:34 (25.) zu verkürzen. Vor der zusätzlichen Chance für Albrecht an der Freiwurflinie nachzulegen nahm TSV-Trainer Ulf Schabacker eine taktische Auszeit. Während der Freiwurf zum möglichen Dreipunkt-Spiel ungenutzt blieb, traf Alexander Engel im direkten Gegenzug einen Dreier zum 41:34. Doch Jena gab sich nicht auf, antwortete durch das Trio um Stephan Haukohl, Paul Albrecht und Josip Peric. Mit zwei Freiwürfen verkürzte Peric auf 41:40 (28.), um 46 Sekunden vor der Viertelpause auf Höhe der Breitengüßbacher Bank nach einem umstrittenen Offensiv-Foul, seine vierte Verwarnung zu kassieren. Die Franken nutzten die verbleibende Spielzeit um sich bis zum Viertelende erneut auf 46:40 abzusetzen.
Noch in Schlagdistanz, aber aufgrund der engen 7-Mann-Rotation bereits gezeichnet, schwanden nun Konzentration und Genauigkeit im Jenaer Spiel. So kam es im finalen Abschnitt wie es kommen musste. Nach einem weiteren Korberfolg des TSV folgte ein Jenaer Ballverlust aus dem ein Güßbacher Dreipunkte-Spiel resultierte. Mit einem 51:40-Rückstand im Nacken (32.) verlor Jena nun zusehends den Faden. Die Franken hingegen trafen nach Belieben, entschieden das Duell mit einem Dreier von Phillip Daubner zum 57:44 (36.). Stephan Haukohl verkürzte in der Schlussminute zwar noch einmal auf 59:52 (39.), konnte Jenas viel zu frühes Saisonende jedoch nicht mehr vermeiden.
Unerklärlichen Schwächen an der Freiwurflinie (17/32), eine katastrophale Dreier-Quote (2/13) sowie nur selten aufblitzendes Mannschaftsspiel verbauten Science City letztendlich die große Chance auf ein Entscheidungsspiel in Jena, auf den Einzug in die Final-Runde und den ursprünglich angepeilten Titel.
SCJ: Haukohl 25, Peric 12, Albrecht 10, Unterluggauer 2, Nießen 2, Mayr 2, Krumbeck - Voigtmann, Baumann, Kruschwitz, Gubitz, Zeuch (alle nicht eingesetzt)
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