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10. 05. 2019

Das Pech knapper Schlussphasen bleibt Science City auch gegen Crailsheim treu

Eine enge Schlussphase, eine umkämpfte Partie und erneut steht Science City Jena am Ende mit leeren Händen da. Während die Ostthüringer am Freitagabend zum Auftakt des Doubleheader-Wochenendes gegen die HAKRO Merlins aus Crailsheim vor 1923 Zuschauern knapp und unglücklich mit 88:91 unterlagen, sich vor allem im vierten Spielabschnitt offensiv zu eindimensional präsentierten, war es der DeWayne Russell, der 6.1 Sekunden vor der Schlusssirene mit zwei Freiwürfen den hauchdünnen Sieg der Baden-Württemberger über die Ziellinie rettete.

Personell durch eine Reihe angeschlagener und verletzter Leistungsträger speziell im Frontcourt arg dezimiert, fand Science City zu Beginn der Partie defensiv kaum Mittel, um die heißeste Hand der Gäste abzukühlen. Ex-Nationalspieler Konrad Wysocki nutzte die sich ihm bietenden Freiräume am Perimeter um die Gäste mit 2:9 in Front zu bringen, bevor die Saalestädter im weiteren Verlauf des Startviertels ihren Rhythmus fanden und antworten konnten. Nachdem sich die Thüringer langsam aber stetig in das Duell zurückkämpften, war es Martynas Mazeika in der 5. Minute vorbehalten, mit seinem Dreier zum 12:11 die erste Führung der Hausherren zu erzielen. Während sich das primär offensiv geprägte Spiel mit dem Score von 27:29 in die erste Viertelpause verabschiedet hatte, entwickelte sich auch im zweiten Abschnitt ein Schlagabtausch, in dem die Verteidigungsreihen beider Teams erhebliche Lücken offenbarten. Mit schnell anwachsenden, meist parallel kletternden Zwischenständen in Richtung Halbzeitpause gehend, konservierten die Merlins in dieser Phase zunächst ihren Vorsprung, der unmittelbar vor dem Kabinengang durch zwei Freiwürfe von Martynas Mazeika mit 55:54 zu Gunsten der Saalestädter kippte.

Auch nach der großen Pause verlief die Partie eng und umkämpft, entwickelte sich infolge ausgeglichener Spielstände sowie einiger Führungswechsel zum Ritt auf der Rasierklinge. Nachdem Martynas Mazeika in der 25. Minute für die Jenaer 64:59-Führung gesorgt hatte zog Crailsheims Coach Tuomas Iisalo die taktische Notbremse einer Auszeit. Im Timeout frisch justiert waren es nun die Baden-Württemberger, die das Spiel mit einem 10:0-Lauf auf 64:69 drehten und ihren Vorsprung bis zur 30. Minute konservierten. Aus Jenaer Sicht mit einem 69:74-Rückstand in den Schlussabschnitt startend, schien die Begegnung in den ersten Minuten des finalen Viertels zu Gunsten der Merlins auszupendeln. Durch einen Korbleger von DeWayne Russell zum 69:79 (31.) erstmalig zweistellig in Front gehend, legte Crailsheim infolge eines Dreiers von Joschka Ferner (32.) auf 72:83 vor und schien einen Auswärtssieg frühzeitig eintüten zu können.

Science City gab sich allerdings noch nicht geschlagen, legte einen lupenreinen 11:0-Run hin, um in der 35. Minute auf 83:83 auszugleichen. Doch statt das Duell nun endgültig in die gewünschte Richtung zu kippen, verlor sich Science City in folgenschweren Ballverlusten, zu früh forcierten Abschlüssen und Fouls, die es den Gästen bis zur 38. Minute gestatteten erneut auf 83:89 zu enteilen. Zwar sorgten Reggie Williams und Derrick Allen mit ihren Körben zum 88:89-Anschluss 33 Sekunden vor Ultimo noch einmal für Licht am Ende des Tunnels, die letzte Antwort war jedoch den Baden-Württemberger vorbehalten. Mit sechs Sekunden Restspielzeit wurde DeWayne Russell gefoult, der im Anschluss an der Freiwurflinie stabil blieb, beide Schüsse sicher verwandeln konnte und Science City zu einem finalen Dreier zwang. Einmal mehr missglückte Jenas letzter Versuch, in diesem Fall ein Dreier von Reggie Williams, prallte vom Ring zurück ins Feld und besiegelte die Niederlage der Thüringer. 

Tuomas Iisalo (Trainer HAKRO Merlins Crailsheim): „Es fühlt sich gut an, mal wieder zu gewinnen. Nach ein paar schweren Spielen und engen Niederlagen, vor allem unserem extrem schlechten Spiel gegen Göttingen haben beide Teams in der ersten Hälfte keine gute Verteidigung gespielt. Wir haben 21 Punkte nach Fastbreaks erlaubt. Der Grund heute gewonnen zu haben, lag zu einem großen Teil sicher daran, dass wir in der zweite Halbzeit nur 43 Jenaer Punkte zugelassen haben. Am Ende waren wir sicher das glücklichere Team. Jena hat den letzten Wurf vergeben, wir konnten noch einmal an die Freiwurflinie, an der das Spiel entschieden wurde. Wir nehmen den Sieg gern mit, warten aber noch auf das Ergebnis aus Berlin gegen Bremerhaven.“

Marius Linartas (Trainer Science City Jena): „Danke an unsere Fans für die Unterstützung in dieser schwierigen Situation. Wir hatten heute eine sehr kurze Rotation auf unseren großen Positionen, dennoch haben die Jungs ein guten Job gemacht. Wir haben die Rebounds zwar in der Endabrechnung knapp abgegeben, dennoch sieben Offensiv-Rebounds geholt. Die Mannschaft hat sich nur neun Ballverluste geleistet, 24 Assists gespielt. Beim Blick auf die Zahlen waren wir eventuell das bessere Team, aber am Ende zählen die Punkte. Insofern hatten wir letztendlich viel Pech. Es gab im 4. Viertel eine Phase, in der Crailsheim bereits fünf Teamfouls hatte, wir jedoch drei schnellen Abschlüsse genommen haben, statt auf Korbleger zu gehen. Dennoch geht mein Dank an die Mannschaft, an die Spieler, die heute ziemlich lang auf dem Parkett ran mussten.“

Science City: Allen 26 Punkte, Williams 19, Joyce 15, McElroy 14, Wolf 7, Mazeika 7, Reyes-Napoles, Jostmann, Marin, Heber – Radojicic (DNP)

Topscorer Merlins: Wysocki 18, Cuffee, Russell und Turner je 14

Spielfilm: 1. Viertel 27:29 - 2. Viertel 55:54 - 3. Viertel 69:74 - 4. Viertel 88:91