Skip to main content
11. 04. 2019

Endspiel-Charakter und Leidenschaft gefragt – Science City empfängt die FRAPORT Skyliners

Wenn Science City Jena am Freitagsabend die FRAPORT Skyliners aus Frankfurt am Main empfängt, steht die Mannschaft von Derrick Allen vor einem sprichwörtlichen Endspiel um den Klassenerhalt. Zwar sind bis zum letzten Heimspiel am 12. Mai gegen die BG Göttingen noch sieben Begegnungen zu absolvieren, dennoch atmen die Thüringer mittlerweile enorm dünne Luft im Tabellenkeller. Allein die Ausgangslage mit den verlorenen direkten Duellen gegen die Konkurrenten aus Bremerhaven und Weißenfels in Kombination mit einem ambitionierten Restprogramm, dass mit den Aufgaben in Vechta, Gießen und Bonn oder im Heimspiel gegen Vizemeister ALBA Berlin keinesfalls Laufkundschaft bereithält, spricht eigentlich gegen die Saalestädter – eigentlich.

Nachdem es im Verlauf der zurückliegenden Woche eine Umbesetzung auf der Stelle des Trainerstuhls gab, der bisherige Assistenztrainer Marius Linartas für Björn Harmsen übernahm, ist es nun an der Mannschaft der Ostthüringer, Charakter und Gesicht zu zeigen sowie endlich die zweifellos vorhandene Qualität abzurufen, wenn man das Basketball-Wunder von Jena inkl. einer Aufholjagd dieser bislang verkorksten Saison schaffen will.

Nach der ernüchternden 92:109-Pleite am zurückliegenden Ostderby-Wochenende beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels zählt gegen Frankfurt nur ein Sieg. Ungeachtet des Trends der zurückliegenden Wochen, in denen die Jenaer acht Begegnungen in Folge verloren, geht es für Science City ab sofort um Alles oder Nichts. Während die Tabellenkonstellation mit Blick auf das rettende Ufer eine klare Marschrichtung vorgibt, wird sich jedes Puzzleteil der Jenaer Basketball-Familie mit Leidenschaft, positiven Emotionen sowie seiner unbestreitbaren Stärken voll und ganz für den Erhalt des BBL-Standorts einbringen müssen, natürlich Fans und Zuschauer inklusive. „Es ist nicht die Zeit um aufzugeben, auch wenn wir sicher mit Druck in dieses Spiel gehen. Vor allem defensiv werden wir besser arbeiten müssen als in den letzten Wochen“, sagt Jenas neuer Coach Marius Linartas vor dem Duell gegen die Mainstädter. Der Litauer wird unterdessen am morgigen Abend auf den kompletten Kader zurückgreifen können. „Auch wenn einige Akteure in den letzten Tagen mit leichten Blessuren zu kämpfen hatten, sind bei einem solch wichtigen Duell alle Spieler an Bord“.

Die Frankfurter reisen unterdessen ohne Gefahr nach unten oder Ambitionen nach oben in Richtung Sparkassen-Arena Jena. Mit einer durchwachsenen Bilanz von zehn Siegen und 16 Niederlagen im Niemandsland der BBL-Tabelle rangierend, hat Gordon Herberts Team im 20-jährigen Jubiläum des Clubs noch acht Ehrenrunde zu absolvieren, bevor die Spielzeit des Deutschen Meisters 2004 endet. Vom BBL-Routinier und zukünftigen Hall-of-Famer Quantez „Tez“ Robertson angeführt, hinterließ die Berg-und Talbahnfahrt der bisherigen Frankfurter Saison zu große Dellen, um im Kampf um die Playoff-Plätze noch ein Wörtchen mitreden zu können.

Dennoch dürften die am letzten Wochenende erst in Double-Overtime gegen den Deutschen Meister FC Bayern München Basketball mit 87:91 unterlegenen Bankenstädter genügend Frust mit nach Thüringen bringen, in diesem Duell wohl eher keine Rosen verteilen. Der Bezug auf die „Königin der Blumen“ liegt nahe, erregten die Mainstädter in der zurückliegenden Woche doch überproportional hohes Medieninteresse, nachdem Basketball-Profi Andrej Mangold - bekannt aus der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“ - unter Vertrag genommen wurde.

Ungeachtet dieser eher im Boulevard anzusiedelnden Personalie wird Science City im viertletzten Heimspiel der Saison sein Glück selbst in die Hand nehmen müssen, hat mit dem notwendigen Kampfgeist sowie einer großen Portion Leidenschaft das Parkett zu betreten, um das zarte Pflänzchen Hoffnung zu gießen welches wieder wachsen soll, um auch 2020 an der Saale Erstliga-Basketball erleben zu können.