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10. 01. 2019

Lars Eberlein im Interview: Die Trainer-Frage stellt sich bei uns überhaupt nicht

Am Anfang der Woche nahm sich Baskets-Geschäftsführer Lars Eberlein beim Partner der Mediengruppe Thüringen viel Zeit, um zahlreiche Fragen zur aktuellen Situation von Science City Jena ausführlich zu beantworten.

 

Herr Eberlein, neun Pflichtspiel-Niederlagen in Folge musste Ihre Mannschaft hinnehmen. Können Sie da noch gut schlafen?

Mit Niederlagen habe ich generell ein Problem. Ich kann nur sehr schlecht verlieren. Neun Niederlagen sind für uns ein großes Problem, das wir so nicht erwartet haben und die sehr ärgerlich sind. Insofern ist das Thema nachts schlafen in der Tat schwierig. Wir lassen jetzt aber den Kopf nicht hängen und werden alles dafür tun, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.

Was sind die Ursachen dieses Negativlaufs?

Wir hatten einen schwierigen Saisonauftakt bei Alba Berlin, haben uns danach mit Siegen im Pokal gegen Oldenburg oder in der Liga gegen Bonn aber wieder gut gefangen. Es war nicht alles schlecht. Knackpunkt des Abwärtstrends war für mich aber die Partie zu Hause gegen Ludwigsburg, wo wir fünf Minuten vor Spielende mit 16 Punkten führen, aber noch verlieren. Diese Niederlage steckt den Spielern in den Köpfen. Es ist Unruhe da, es fehlt Selbstvertrauen. Und wir brauchen jetzt dringend einen Sieg, um die Köpfe frei zu bekommen.

Es konnten aber auch nicht alle Spieler überzeugen.

Sagen wir mal so: 90 Prozent der Vereine in der BBL haben einen höheren Etat als wir. Durch den Pflichtetat von drei Millionen Euro ab der kommenden Saison haben viele Vereine schon jetzt deutlich aufgerüstet, die Liga hat einen Schritt nach vorn gemacht. Der Tabellenplatz, auf dem wir jetzt stehen, spiegelt also das tatsächliche Kräfteverhältnis wider. Wir haben in den zurückliegenden Jahren durch gute Arbeit des Trainers, des Managements und aller im Umfeld einfach Ergebnisse erzielt, die so nicht alltäglich sind.

Apropos Coach Björn Harmsen: Science City steht zwar über dem Strich, aber nach einer solchen Serie stellt sich natürlich die Trainer-Frage.

Die Trainer-Frage stellt sich bei uns überhaupt nicht. Mit Björn hatten wir hier fünf tolle Jahre. Und gerade jetzt, wo es mal nicht so läuft, muss sich doch die Stärke der Science-City-Familie zeigen. Es gibt nie nur einen Schuldigen. Jetzt müssen wir zusammenstehen, um gemeinsam die Klasse zu halten.

Gibt es ein Szenario, wo es trotz unbefristeten Vertrages von Harmsen zu einem Trainerwechsel kommen könnte?

Schwer zu sagen. Wenn Björn selber einschätzt und sagt, er erreicht die Mannschaft nicht mehr oder ist mit seinem Latein am Ende. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Björn das Team erreicht und dass er der Richtige ist, um uns da wieder rauszuholen.

Zurück zum Kader. Wie sind Sie heute mit der Zusammenstellung vor der Saison zufrieden?

Wir haben uns vor der Saison bewusst entschieden, einen Großteil der Mannschaft zu halten. Auch wissend, dass es den einen oder anderen Spieler gibt, der am Ende seiner Karriere steht. Wir haben versucht, uns sinnvoll zu verstärken. Es hat gut begonnen, aber jetzt läuft es leider nicht rund.

Welche Rolle haben Verletzungen gespielt?

Besonders die von Jamar Abrams hat uns richtig wehgetan. Er spielt aktuell nicht mehr so wie vor seiner Verletzung. Auch der lange Ausfall von Oliver Mackeldanz trifft uns hart. Er ist der einzige echte Center im Team und wird uns wohl nur noch die letzten fünf, sechs Spiele noch helfen können.

Müssen neue Spieler her?

Wir schauen uns um. Ideal wäre nach der Verletzung von Oliver ein großer Spieler mit deutschem Pass. Den zu bekommen, ist aber extrem schwer. Natürlich schauen wir auch auf Ausländer. Und die großen Positionen sind die gefragtesten und teuersten. Da kostet jeder Zentimeter.

Das komplette Interview (ohne Bezahlschranke) finden Sie unter: https://www.otz.de/web/zgt/basketball/detail/-/specific/Science-City-Geschaeftsfuehrer-Eberlein-Die-Trainer-Frage-stellt-sich-bei-uns-u-358418977