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06. 04. 2019

Schlüsselduell verloren - Science City muss sich Wölfen mit 92:109 beugen

Mit einer deutlichen 109:92-Niederlage musste Science City Jena am Samstagabend die Heimreise vom Ost-Derby aus Weißenfels antreten. Die Ostthüringer unterlagen beim Mitteldeutschen BC in einem Schlüsselspiel des Tabellenkellers vor 3000 Zuschauern, darunter über 300 stimmungsvolle Jenaer Anhänger, nach einer defensiv unbefriedigenden Vorstellung, verspielten in der Endabrechnung letztendlich auch den direkte Vergleich. Im Hinspiel hatte die Mannschaft von Trainer Björn Harmsen mit 81:64 gewonnen, büßte den Vorsprung von 17 Punkten trotz eines sich in Summe ergebenden Gleichstandes ein, da das Gesamtkorbverhältnis der betreffenden Mannschaften den Ausschlag gibt. Science City bedankt sich unterdessen noch einmal für den lautstarken Support des eigenen Anhangs, der die Mannschaft konstant über 40 Minuten angefeuert hatte und auch in der schwierigen Schlussphase an der Seite des Teams stand.

Frust, Schwermut und Ernüchterung – drei Worte, die das Ende der Partie am Samstagabend aus Jenaer Sicht ohne Umschweife zusammenfassten. Dabei begann das Derby in der Weißenfelser Stadthalle, wie das letzte, aus Jenaer Sicht siegreiche Duell am 30.12.2017 geendet hatte, mit einem Korb von Julius Wolf zur Führung von Science City. Beantwortet durch einen Dreier von Jovan Novak entwickelte sich im Startviertel ein ausgeglichener Schlagabtausch, der bis zum 14:13 (7.) auf Augenhöhe verlief, bevor es den Gastgebern gelang, sich bis zur ersten Viertelpause auf 23:15 abzusetzen. Science City versuchte im zweiten Spielabschnitt zu kontern, fand nach einem Korb von Tremmell Darden zum 39:24 (15.) jedoch offensiv nur selten entsprechende Antworten, um den Vorsprung der Mannschaft von Silvano Poropat zu verringern. Kurz vor der Halbzeit auf 43:33 verkürzend, unterliefen den Thüringern zwei haarsträubende Ballverluste, die von Aleksandar Marelja sowie Jovan Novak bestraft wurden und den Vorsprung des MBC wieder auf 48:33 anwachsen ließen. Das letzte Wort der ersten Hälfte hatte allerdings Dru Joyce, der das Duell nach einem Distanzwurf auf 48:36 stellte und beide Teams mit diesem Zwischenstand in die Kabinen verabschiedete.

Trotz des Jenaer Rückstandes noch aussichtsreich in Schlagdistanz liegend, herrschte zur Halbzeitpause noch viel Optimismus aus Sicht der Thüringer, welcher nach dem Start in das dritte Viertel jedoch schnell weichen sollte. Durch das Tandem Novak und Marelja angeführt und bis auf 55:38 (22.) enteilt, sorgte Trevor Releford in einer Sequenz mit zwei aufeinanderfolgenden Offensiv-Rebounds des MBC durch einen Dreier für die erste 20-Punkteführung der Sachsen-Anhalter (58:38), von der sich Science City nicht mehr erholen sollte. Stattdessen wuchs der Vorsprung der Hausherren kurz vor dem Start in die letzten zehn Minuten auf 78:54, bevor Julius Jenkins mit drei Freiwürfen für Ergebniskosmetik sorgte. Nachdem sich die Gastgeber auch im Schlussviertel nicht mehr überraschen ließen, der nur selten zu stoppende Novak in der 37. Minute an der Freiwurflinie für den Hunderter des MBC (100:77) gesorgt hatte, war Reggie Williams in der letzten Aktion des Spiels um Schadensbegrenzung bemüht, um beim Rückstand von 109:90 wenigstens den direkten Vergleich zu retten. Der Routinier stand bei seinem Wurf parallel zur Schlusssirene allerdings auf der Linie des Perimeters, als er den finalen Wurf der Partie zum 109:92 verwandelte.

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Mein Glückwunsch geht an Silvano und den MBC für den absolut verdienten Sieg. Sie haben mit so viel Energie gespielt, dass wir schwer dagegen halten konnten. Wir haben es phasenweise nicht geschafft in der Verteidigung Konstanz reinzubringen. Wenn du in so einem wichtigen Spiel 109 Punkte zulässt, dann ist das deutlich zu viel. Wir haben am Ende noch eine Chance gehabt, den direkten Vergleich zu holen. Leider war unser letzter Wurfversuch nur ein Zweier. Jetzt ist das Verhältnis ausgeglichen, aber das Korbverhältnis spricht für Weißenfels. Wir sind zur Zeit in dem tiefsten Loch der Saison. Wir hatten einige angeschlagene Jungs dabei, das war letzte Woche sehr suboptimal. Ich hoffe, dass wir trotzdem physisch und psychisch aus dem Tal rauskommen. Wir haben jetzt die Situation, dass wenige an uns glauben. Ich mag solche Situationen eigentlich, aber wir müssen das auch als Mannschaft annehmen.“

Silvano Poropat (Headcoach Mitteldeutscher BC): „Danke für die Glückwünsche. Die von Björn angesprochene Energie war heute spürbar. Das war von der ersten bis zur fast letzten Minute da bei uns. Wir hatten auch eine schwere Woche und Probleme mit Verletzungen und Spielerausfällen. Aber irgendwie haben wir es geschafft, den Fokus auf das Spiel zu legen. Die Jungs haben wirklich super reagiert. Ich gratuliere auch meiner Mannschaft. Wenn uns jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir gegen Jena fast die gesamte zweite Halbzeit mit 20 Zählern führen würden, am Ende mit 17 Punkten gewinnen würden und uns glücklich schreiend in den Armen liegen würden, hätte niemand damit gerechnet. Obwohl der direkte Vergleich bei 17 geblieben ist, blicken wir auf Grund unseres Korbverhältnisses optimistisch in die Zukunft. Es ist ein Schritt in Richtung Klassenerhalt, nicht mehr und nicht weniger. Es war ein wichtiger Schritt. Jetzt müssen wir weiter fokussiert bleiben. Wenn wir mit dieser Energie weiterspielen, dann können wir auch positiv sein. Was wir besser machen können, ist uns nicht zufrieden zugeben, wenn wir eine Führung erspielt haben. Wir haben das in der Halbzeit besprochen und die Jungs haben fantastisch reagiert. Wenn wir mit dieser Einstellung in die nächsten Partien gehen, bin ich sehr positiv.“

SCJ: Roberts 23 Punkte, Williams 22, Allen 14, Joyce 10, Jenkins 8, McElroy 6, Mackeldanz 4, Reyes-Napoles 3, Wolf 2, Marin, Theis – Heber

MBC Top3: Marelja 25, Novak 23 Punkte, Darden 15

Spielfilm: 1. Viertel 23:15 – 2. Viertel 48:36 – 3. Viertel 78:57 – 4. Viertel 109:92