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04. 04. 2019

Schlüsselspiel im Wolfsbau – Science City gastiert am Samstag beim MBC

Während das zurückliegende Wochenende der BBL aus Jenaer Sicht eher semioptimal verlief, zwei von vier im Tabellenkeller gegen den Abstieg kämpfenden Konkurrenten Siege einfahren konnten, stehen sich am Samstagabend mit dem Mitteldeutsche BC und Science City zwei Verlierer des letzten Spieltages gegenüber. Die Wölfe aus Sachsen-Anhalt empfangen das Harmsen-Team ab 18.00 Uhr in der Weißenfelser Stadthalle zu einem Schlüsselduell, um bei insgesamt noch acht zu absolvierenden Begegnungen das Wort Endspiel zu vermeiden. Dabei verdeutlicht ein kurzer Blick auf die Situation im Kampf um den Klassenerhalt ziemlich schnell die Brisanz, die das zweite Ost-Derby der Saison bereithalten wird.

Während Science City nach der knappen 78:82-Heimniederlage gegen s.Oliver Würzburg die Rote Laterne im 18er Feld übernehmen musste, rangieren die Weißenfelser Wölfe nach ihrer 98:105-Niederlage bei den Telekom Baskets Bonn nur aufgrund des noch zu absolvierenden Nachholspiels bei ALBA Berlin (14. Spieltag, 22.04.2019) vor den Ostthüringern. Der direkte Vergleich spricht indes für Jenas Erstliga-Riesen, die ihr Heimspiel gegen die Mitteldeutschen am 13. Oktober 2018 mit 81:64 gewinnen konnten.

Unterdessen bittet Jenas Fanclub der Baseline Crew alle mitreisenden Fans der Thüringer sich im Rahmen einer vorab geplanten Jenaer Choreografie möglichst zeitnah im Gästeblock einzufinden und als Puzzleteil am Gesamtkunstwerk mitzuwirken.

„Ich denke, dass wir uns auf ein gutes und stimmungsvolles Derby mit einem schönen Rahmen freuen dürfen. Es werden zahlreiche Jenaer Fans mit nach Weißenfels kommen, um dieses Spiel live vor Ort mitzuerleben“, blick Jenas Trainer Björn Harmsen aus das Duell am Samstagabend voraus. „Für beide Vereine geht es um enorm viel. Wir aber auch der MBC stehen mit fünf Siegen unten drin. Beide Clubs müssen gewinnen und so sind allein aufgrund dieser Spannung und Dramatik die Voraussetzung für eine großartige Atmosphäre gegeben. Im Endeffekt wird die Mannschaft gewinnen, die sich mehr reinhängt, mehr kämpft“, so Harmsen. Personell sieht Jenas Coach der Partie mit Zuversicht entgegen. „Ich denke, dass trotz einiger Blessuren alle Jungs am morgigen Freitag ins Training zurückkehren werden. Die Mannschaft hat in den letzten Tagen gut trainiert. Wir konnten an den Dingen arbeiten, die zuletzt nicht so gut liefen und bekommen das am Samstagabend hoffentlich auch im Spiel umgesetzt“, sagt Harmsen abschließend.

Das um Pflichtspiel-Tradition ringende Saale-Derby der beiden einzigen Erstliga-Clubs aus Ostdeutschland birgt viel wegweisendes Potential für die letzten Wochen der Saison. Während Science City Jena in den bisherigen drei Begegnungen auf Erstliga-Niveau aktuell knapp mit 2:1 Siegen die Nase vorn hat, dürfte wohl noch jedem damals anwesenden Fan der 30. Dezember 2017 in Erinnerung geblieben sein, als Jenas Schützen die Wölfe nach einem dramatischen Hitchcock mit 100:94 in fünfminütiger Verlängerung erlegen konnten.

Abseits von Statistiken, Qualitäten und Ausgangslagen werden am Samstag zwei ums sportliche Überleben kämpfenden Mannschaften die Klingen kreuzen, in denen die Rollen der Säbel und Floretts längst verteilt sind. Spätestens wenn gegen 17.50 Uhr das Licht der Weißenfelser Stadthalle erlischt und im Anschluss der Spalding zum Tip-Off in die Höhe geworfen wird, geht es nur noch darum, welche Akteure ihr Intensitätslevel über die kompletten 40 oder mehr Minuten frei von Versagensängste abrufen können. Ob Releford, Moore, Warren, Marelja, Novak und Kerusch auf Seiten der in weiß gekleideten Weißenfelser oder Jenkins, Williams, Roberts, McElroy, Allen oder Wolf für die in blau auflaufenden Saalestädter, das bevorstehenden 6-Punktespiel besitzt durchaus den Charakter eines Dramas - Ausgang völlig und Derby-Charme inklusive.