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05. 05. 2019

Science City beweist Charakter und zwingt Bonn in eine umkämpfte Schlussphase

Während Science City bereits vor dem Sonntags-Duell bei den Telekom Baskets in Bonn den Rechenschieber beiseite legen konnte, die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller in ihren jeweiligen Duellen sämtliche Jenaer Hoffnungen auf den Klassenerhalt zunichte machte, gab das Team von Marius Linartas am Sonntagabend im Rheinland eine charakterstarke Antwort. Die Saalestädter forderten die Rheinländer über die vollen 40 Minuten, unterlagen am Ende jedoch einmal mehr knapp und unglücklich mit 93:87. Personell durch die Ausfälle von Julius Jenkins (Sprunggelenk), Ronald Roberts (Achillessehne) und Oliver Mackeldanz (familiär verhindert) dezimiert, lieferten die Thüringer eine gleichermaßen kämpferisch starke wie diszipliniert Vorstellung im Telekom Dome ab, welche das Publikum erst Sekunden vor der Schlusssirene aufatmen ließ. Die Bonner bleiben durch ihren Heimsieg weiterhin im Rennen um die Playoff-Plätze, das erklärte Ziel des Clubs aus der ehemaligen Bundeshauptstadt.

„Wir müssen das Restprogramm ungeachtet unserer Situation professionell annehmen und fokussiert in die letzten drei Spiel bestreiten“, hatte Jenas Trainer Marius Linartas vor dem Spiel in Bonn gesagt. Sein Kader hielt Wort, legte bereits im Auftaktviertel vielversprechend los und duellierte sich mit den Tabellensiebten auf Augenhöhe. Durch einen erfolgreichen Distanzwurf von Mauricio Marin mit einem knappen 19:17-Rückstand in die erste Viertelpause gehend, blieb Science City auch im zweiten Abschnitt enorm gallig, drehte die Partie bis zur 17. Minute zu seinen Gunsten auf 38:33, um bis zur Halbzeitpause den Konter der Hausherren verkraften zu müssen. Dass sich dabei Josh Mayos Dreier zum 43:43-Ausgleich eine Bedenkzeit nahm, um letztendlich doch durch die Jenaer Reuse zu fallen, passte am gestrigen Abend zum eher unglücklichen Saisonverlauf der Thüringer. Dem Resultat entsprechend, begann die Partie nach dem Kabinengang statistisch bei Null, stand ganz nebenbei exemplarisch für ein umkämpftes Duell, in dem die Thüringer trotz der Bedeutungslosigkeit des Spiels ihre Köpfe oben behielten, an ihre Chance glaubten und unabhängig von der Tabellenkonstellation stark aufspielten.

So schenkte Science City Jena den Rheinländern auch nach der Pause nichts, forderte Bonn mit großer Moral und mannschaftlicher Geschlossenheit. Zwar war es den Gastgebern bis 25. Minute gelungen, sich vermeintlich vorentscheidend auf 60:50 abzusetzen, doch die Jenaer antworteten prompt und verkürzten bis zur letzten Viertelpause wieder auf 65:62. Nachdem auch die Zuschauer im Telekom Dome zunehmend nervöser wurden, Science City durch einen Dreier von Sid-Marlon Theis bis zur 35. Minute auf 80:75 vorlegen konnte, zog Bonns Coach Chris O'Shea im Anschluss die taktische Notbremse - Auszeit. Für die letzten fünf Minuten des Duells frisch justiert, nutzten die Hausherren spät, allerdings nicht zu spät, die sich ihnen sich bietenden Möglichkeiten konsequent, drehten das Duell in der Schlussphase wieder in ihre Richtung und schoben einen hauchdünnen Heimsieg über die Ziellinie. Ungeachtet des Spielausgangs hatten Jenas Erstliga-Riesen Charakter und Moral bewiesen, trauerten am Ende, wie in so vielen Begegnungen der Saison, jedoch ihren selbst vergebenen Chancen hinterher.

Chris O’Shea (Trainer Telekom Baskets Bonn): „Das war heute sicher nicht unser schönstes Spiel, aber zu diesem Zeitpunkt der Saison nehme ich jeden Sieg wie er ist. Jena ist eine unheimlich erfahrene Mannschaft, die nichts mehr zu verlieren hatte – das hat sich positiv auf ihren Spielfluss ausgewirkt. Am Ende hatten wir einige wichtige Plays, die das Spiel rumgerissen haben. Für die letzten drei Partien der Hauptrunde heißt es: Im Angriff simpel spielen, in der Verteidigung konstant physisch agieren.“

Marius Linartas (Trainer Science City Jena): „Für Bonn war dieses Spiel enorm wichtig, das hat sich zeitweise etwas gelähmt. Meine Mannschaft hat viel Einsatz und Kampf aufs Feld gebracht, unterstützt von tollen Fans auf den Rängen. In der Analyse unserer letzten Spiele – das schließt heute mit ein – waren wir meist nur einen halben Schritt hinten dran, um uns mit einem Sieg zu belohnen. Letztlich waren es die Dreier der Baskets, die uns in die Knie gezwungen haben.“

Julius Wolf: „Wir haben heute viele Verletzte gehabt und Charakter gezeigt. So wollten wir das und wir wollten gewinnen. Wir wollten zeigen, dass wir in diese Liga gehören und die Saison nicht abgeschrieben haben. Es waren wieder Fehler dabei. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison und das tut weh. Dennoch hoffe ich, dass wir uns in den letzten beiden Spielen belohnen können.“ (Quelle: Magenta Sport) 

Science City: Allen 22, Theis 14, Williams 11, Wolf 9, Mazeika 8, Marin 8, McElroy 8, Joyce 4, Reyes-Napoles 3 – Jostmann, Heber, Radojicic (DNP)

Top3 Bonn: Jackson 17, Mayo 15, Linhart und Subotic je 14

Spielfilm: 1. Viertel 19:17 - 2. Viertel 43:43 - 3. Viertel 65:62 - 4. Viertel 93:87