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09. 05. 2019

Science City empfängt auf BBL-Abschieds-Tour am Freitagabend die HAKRO Merlins Crailsheim

Als im letzten Spätsommer der Spielplan der easyCredit BBL veröffentlicht wurde, die Blicke automatisch in Richtung Saisonfinale wanderten und die beiden abschließenden Begegnungen gegen Crailsheim und Göttingen ins Auge fielen, war der einhellige Tenor: „Hoffentlich ist bis dahin der Abstiegskampf schon entschieden“. Er ist es, allerdings in einer aus Jenaer Sicht leider völlig falschen Konstellation.

Während die Ostthüringer im Sommer den Gang in die 2. Basketball-Bundesliga antreten müssen, in der Endabrechnung fünf Siege mindestens zwei Erfolge zu wenig waren, um sich auch im kommenden Spieljahr auf erstklassigem Parkett beweisen zu dürfen, geht es für die momentan auf dem vorletzten Platz rangierenden Gäste am morgigen Abend ab 20.30 Uhr um den letzten Strohhalm. Nachdem für Jenas Basketballer das rettende Ufer des 16. Tabellenplatzes auch rechnerisch nicht mehr zu erreichen ist, duellieren sich die Merlins im Fernduell mit Bremerhaven um den letzten Nichtabstiegsplatz. Aktuell haben die Nordseestädter aufgrund eines mehr errungenen Sieges inkl. des gewonnenen direkten Vergleichs (ungeachtet der am Donnerstag von der BBL verweigerten Erstliga-Lizenz) die Nase vorn. Das Team des finnischen Trainers Tuomas Iisalo steht somit im Gastspiel auf Jenaer Arena-Parkett bereits mit dem Rücken zur Wand, muss beide verbleibenden Begegnungen (in Jena, vs. Oldenburg) gewinnen, um die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wahren zu können.

Dass die HAKRO Merlins durchaus im Stande sind starke Leistungen abzuliefern, mussten nicht zuletzt Jenas Basketball-Riesen in der Hinrunden erfahren, als das Team um Kapitän Derrick Allen in der Arena Hohenlohe mit 101:78 überrollt wurde. Statistisch angeführt von 23 Punkten des Crailsheimer Topscorers Ben Madgen (#1, im Schnitt 14,5 PpG), der am 20. Oktober 2018 fünf seiner sechs Dreierversuche verwandeln konnte und euphorisiert durch über 2.500 lautstark mitgehende Zuschauer, feierten die Baden-Württemberger ausgerechnet am 4. Spieltag gegen Jena ihre Ankunft in der BBL. Während sich diesem Sieg noch sechs weitere Erfolgserlebnisse anschlossen, Crailsheim am 30. März 2019 nach einem wilden 115:114-Ritt bei den GIESSEN 46ers fast schon in Richtung des sicheren „Hafens Klassenerhalt“ schauen konnte, geriet das aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall stammende Team im Verlauf der letzten Wochen doch noch einmal gehörig ins Schlingern. Seit dem offensivstarken Auftritt in Gießen mit nunmehr sieben Niederlagen in Serie erneut unter den Strich der Tragik gerutscht, dürften die Gäste am Freitagabend mit viel Schaum vorm Mund um ihre Minimalchance kämpfen.

Nachdem die beiden mehr als respektablen, erst im Schlussspurt unglücklich verlorene Auftritte gegen ALBA Berlin sowie in Bonn ein sportlich gebrauchtes Spieljahr unter kämpferischen Aspekten noch einmal aufwerten konnten, gilt es für Science City auch gegen den abstiegsbedrohten Kontrahenten aus Hohenlohe eine ebenso inspirierende Vorstellung auf das Parkett zu legen. Dementsprechend kommt dieser Partie eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Zum einen geht es für die Mannschaft von Trainer Marius Linartas darum, sich in den beiden letzten Heimspielen mit Charakter, Stil und Anstand vor den Augen des eigenen Anhangs in Richtung Rolltreppe zur ProA zu verabschieden. Des weitere möchten sich die Saalestädter, wenn auch „nur“ nachträglich, doch unbedingt noch für die derbe Vorrunden-Niederlage revanchieren.

Unterdessen arbeitet Science City Jena an der Planung einer sowohl sportlich als auch wirtschaftlich gesunden Basketball-Zukunft. Zwar wird der Abschied aus dem Oberhaus des deutschen Basketballs für geraume Zeit schmerzen, die Abstinenz in der BBL soll jedoch nur temporärer Natur sein. Diesbezüglich werden in den kommenden Wochen und Monaten die Weichen für einen positiven Neustart gestellt, um sich für eine Rückkehr in die Bel Etage des deutschen Basketballs empfehlen zu können.

BBL-Broadcaster MagentaSport wird das Duell aus der Jenaer Sparkassen-Arena am Freitagabend ab 20.15 Uhr wie gewohnt live und von Alexander Frisch kommentiert übertragen.