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15. 03. 2019

Science City Jena empfängt Wagnerstädter mit Playoff-Ambitionen

Es sind noch keine zwei Wochen vergangen seitdem sich beide Kontrahenten des morgigen Samstagabend im Verlauf dieser Saison erstmalig bzw. letztmalig gegenüberstanden. Zuletzt Anfang März 2019 in der Oberfrankenhalle ihre Klingen kreuzend, trafen Science City und medi bayreuth im Rahmen einer Nachholpartie des 2. Spieltages aufeinander. Dass die Jenaer Erstliga-Riesen am Ende (zu) deutlich mit 78:103 den Kürzeren zogen, obwohl sie im Verlauf der ersten Hälfte zwischenzeitlich mit 14 Punkten in Front gelegen und auch noch zur Halbzeit mit 45:39 die Nase vorn hatten, macht gleich zweierlei Dinge deutlich.

1. ist in der aktuellen Saison der easyCredit BBL nichts so vergänglich wie Führungen oder Vorsprünge

2. gehören beide Mannschaften in die Rubrik unberechenbare Teams, völlig unerheblich in welche Richtung

Das Duell der beiden Clubs hat eine lange und ligenübergreifende Tradition. Egal ob zu gemeinsamen Regionalliga-Zeiten, ob in der 2. Bundesliga Süd, der ProA oder im dritten gemeinsamen Jahr auf dem höchsten Level des deutschen Basketballs, Jena gegen Bayreuth gehört bereits seit der Jahrtausendwende zu den eher prestigeträchtigeren Begegnungen der Vereine.

Während das Team von Bayreuths Trainer Raoul Korner mit dem Hinrunden-Erfolg gegen Jena am 01.03.2019 seine wettbewerbsübergreifende Serie von zehn Niederlagen beenden und in den Erfolgsmodus zurückkehren konnte, am letzten Spieltag die direkte Playoff-Konkurrenz der GIESSEN 46ers mit einem souveränen 95:80-Sieg auf Distanz hielt, scheinen über den Oberfranken derzeit wieder vereinzelte Sonnenstrahlen. Zwar rangiert das Team aus der Wagnerstadt mit einer ausgeglichenen Bilanz von elf Siegen und elf Niederlagen aktuell noch im Schatten der ersten 8. Tabellenränge (passenderweise auf Rang 11), dennoch spielt medi bayreuth abgesehen von den Ludwigsburger Riesen (9.) bis zum Ende der regulären Saison noch gegen alle direkten Playoff-Konkurrenten aus Bonn (6.), Braunschweig (7.), Würzburg (8.) und Ulm (10.).

So wird der gleichermaßen individuell stark wie tief besetzte Kader der Gäste natürlich auch in der Jenaer Sparkassen-Arena bestrebt sein, nicht ins Stolpern zu kommen. Gleich acht Akteure der Wagnerstädter glänzen im bisherigen Saisonverlauf mit im Schnitt zweistelligen Punktewerten oder kratzen an der Boderline zu Double Digits. Nachdem Center Erik Mika das Korner-Team im Hinspiel statistisch mit 23 Punkten anführte, knipste primär das Bayreuther Flügelspieler-Trio bestehend aus De'Mon Brooks (20 Pkt.), Kassius Robertson (18 Pkt.) und Adonis Thomas (17 Pkt.) mit bärenstarken 12 von 18 Distanzwürfen (66,7 Prozent) im Verlauf der zweiten Hälfte für Science City Jena die Lichter der Oberfrankenhalle aus.

Genug zu tun also für die Defensiv-Abteilung der Saalestädter, die sich wie zuletzt bei den FRAPORT Skyliners in Frankfurt quasi von selbst aufstellt. Neben dem eng gesetzten Rahmenspieltages-Korridor momentan durch die Ausfälle von Reggie Williams, Julius Wolf und Mauricio Marin gehandicapt, gilt es aus Sicht der Thüringer diese harte Saisonphase von weiteren Verletzungen verschont zu überstehen und um den Sieg kämpfend, alles in die Waagschale zu werfen, bevor es in den richtungsweisenden Saisonendspurt geht. Nachdem Mauricio Marin aufgrund seines Muskelfaserrisses definitiv nicht auflaufen wird, stehen hinter den Einsätzen von NBA-Veteran Reggie Williams und Jenas zweitbesten Rebounder Julius Wolf überaus große Fragezeichen. Aufgrund der angespannten Situation im Kader der Ostthüringer muss das Jenaer Team die Qualität der Franken demnach mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung kontern.

Nicht zuletzt aufgrund der gemeinsamen Historie schwingt auch immer die Hoffnung auf einen Heimsieg mit, wenn die Oberfranken Jenaer Parkett betreten. Schließlich spricht die aktuelle BBL-Gesamtbilanz mit 3:2 Siegen und einem summierten Korbverhältnis von 439:433 nur hauchdünn für Bayreuth. Nicht zuletzt der Blick zurück auf die Begegnung vor genau einem Jahr, am 16. März 2018, dem letzten Auftritt der Gäste vom Roten Main darf als gutes Omen gewertet werden. Während Science City die ebenfalls als Favorit angereisten Wagnerstädter mit 107:90 bezwingen konnte glänzte Julius Jenkins vor exakt 365 Tagen mit sieben von neun Dreiern und führte das Team von Trainer Björn Harmsen mit 25 Punkten zum Sieg. Zwar haben sich seit diesem Aufeinandertreffen enorm viele Parameter innerhalb beider Teams geändert, die von ausreichend Tradition begleitete Rivalität ist jedoch noch immer dieselbe.