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25. 11. 2018

Science City unterliegt bei Ex-Serienmeister Bamberg am Ende zu deutlich

In der Bamberger Brose Arena zu bestehen ist von Haus aus schwer genug. Noch schwerer wird es, wenn der gastgebenden Ex-Serienmeister aus Oberfranken ungeplante Hilfestellung erhält. Science City Jena unterlag am Sonntagnachmittag bei Brose Bamberg, einem der BBL-Titelaspiranten, vor 6017 Zuschauern mit 99:67. Personell durch den Ausfall von Derrick Allen eingeschränkt, fehlte der Routinier im Jenaer Spiel primär im Kampf unter den Körben. Der 38-jährige Kapitän der Saalestädter hatte sich im letzten Heimspiel gegen Ulm eine Bänderverletzung im Fuß zugezogen und verpasste nach über zehn Jahren sein erstes Pflichtspiel in der easyCredit BBL. Zudem hatte Point Guard Ike Iroegbu im Verlauf der zurückliegenden Woche aufgrund einer entzündeten Schwellung an der Wade nur eingeschränkt trainieren können, was sich in der Effektivität des jungen Aufbauspielers bemerkbar machte. Während sich das Harmsen-Team im Verlauf der ersten Halbzeit ungeachtet dieser Handicaps enorm teuer verkaufte, den Bambergern bis zum Kabinengang einen Schlagabtausch auf Augenhöhe lieferte, sorgte eine aus Jenaer Sicht eher suboptimale Phase unmittelbar nach der Halbzeit für einen nachhaltigen Momentum-Wechsel, welchen der neunmalige Deutsche Meister mit all seiner Erfahrung und Qualität zu nutzen wusste. 

Nachdem die Jenaer im Auftaktviertel früh ihren Rhythmus fanden, mit viel Wucht und Willen einen 4:9-Rückstand (4.) in eine 12:9-Führung kippen konnten (6.), entwickelte sich im weiteren Verlauf eine ausgeglichene Partie, die von ausgeglichenen Zwischenständen sowie zahlreichen Führungswechseln lebte. Während Bambergs Nationalspieler Elias Harris sein Team 7.2 Sekunden vor der ersten Viertelpause mit 19:17 in Front gebracht hatte, glich Jenas Center Oliver Mackeldanz unmittelbar nach dem Start des zweiten Spielabschnitts auf 19:19 (11.) aus. Zur Überraschung eines überwiegenden Teils der Zuschauer waren es die Gäste aus Thüringen, die sich in der Folge einen Vorsprung erspielten und diesen über weite Teile des zweiten Viertels konservieren konnten. Erst kurz vor dem Kabinengang gelang es den Hausherren zwei Sekundenschlaf-Momente der Jenaer Defensivabteilung zu bestrafen und kurz vor der Pausensirene durch Bryce Taylor mit 43:40 in Front zu gehen.     

Nach der Rückkehr in die zweite Hälfte weiterhin nur einen Wimpernschlag entfernt, sorgte eine gegen Jena - als unsportliches Foul - geahndete Entscheidung der Unparteiischen beim Stand von 44:42 (22.) für den Bamberger Brustlöser. Das Team von Ainars Bagatskis nutzte dieses Momentum, um sich mit zwei Freiwürfen von Tyrese Rice sowie einem Dreier von Bryce Taylor zunächst auf 49:42 abzusetzen, bevor erneut Taylor einen Distanzwurf später den richtungsweisenden Bamberger 8:0-Lauf zum 52:42 (23.) komplettierte. Unberücksichtigt blieb in dieser Phase ein klares Foul an Jenas Center Oliver Mackeldanz unter dem Bamberger Korb, obwohl einer der Referees mit freiem Blick auf die Situation direkt danebenstand. Während die Brose-Offense im dritten Viertel maßgeblich von Rice und Taylor geordnet wurde, kippte das Duell langsam zu Gunsten der Franken. Durch die vorangegangenen Impulse begünstigt, sorgte die erstmalig zweistellige Bamberger Führung für zunehmend Sicherheit und Stabilität im Spiel der Hausherren.

Science City versuchte zu antworten, ließ sich nach einem Korbleger von Oliver Mackeldanz zum 56:49 (24.) innerhalb der drei folgenden Minuten jedoch bis auf 65:49 (27.) abhängen. Auf der Suche nach dem verlorenen Faden eher glücklos agierend, griffen stattdessen die von einem statistisch überragenden Tyrese Rice (18 Pkt., 16 Ass., 34 Eff.) dirigierten Franken beherzt zu und setzten spätestens mit Cliff Alexanders Korb zum 73:53 (29.) die finale Handkante. Nach einem Korbleger von Bambergs Flügel Patrick Heckmann mit 75:53 in den Schlussabschnitt startend, ging es in den letzten zehn Minuten nur noch um die Höhe des Bamberger Sieges, der mit Blick auf den couragierten Jenaer Auftritt der ersten Hälfte ganz sicher ein paar Zähler zu hoch ausfiel.

Ainars Bagatskis (Headcoach Brose Bamberg): Jena hat viele erfahrene Spieler und wir haben uns auf die Matchups gut vorbereitet. Das Umschalten von Angriff auf Abwehr ist uns heute gut gelungen. In der 2. Halbzeit haben wir unseren Rhytmus gefunden und wichtige Körbe getroffen. Jena muss sich keinesfalls für die hohe Puntedifferenz schämen. Sie haben in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut getroffen und wir konnten unsere Würfe im Korb versenken. Das und die Qualität von der Bank hat den Unterschied gebracht.

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): Glückwunsch an Coach Bagatskis und seine Mannschaft. Bamberg hat ein sehr gutes Team. Wir haben heute das Maximum rausgeholt. Bamberg hat die zweite Halbzeit dominiert und wichtige Punkte aus unseren Ballverlusten gemacht. Als das Spiel Ende des dritten Viertels entschieden war, haben wir unsere erfahreneren Spieler geschont und mehr rotiert.

SCJ: Mackeldanz 13, Theis 9, McElroy 8, Joyce 8, Mazeika 6, Jenkins 6, Abrams 6, Iroegbu 4, Reyes-Napoles 4, Wolf 3 

Spielfilm: 1. Viertel 19:17 – 2. Viertel 43:40 – 3. Viertel 75:53 – 4. Viertel 99:67