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24. 02. 2021

Big Point in Bremerhaven – Science City bezwingt die Eisbären mit 89:79

Einen doppelt wichtigen 89:79-Auswärtssieg konnte Science City Jena am Mittwochabend in einer Nachholpartie des 8. Spieltages bei den Eisbären in Bremerhaven landen. Während die Thüringer mit dem erfolgreichen Auftritt an der Nordsee ihre Tabellenführung verteidigen können, distanzieren sie zudem einen direkten Konkurrenten im Kampf um die vorderen Plätze der BARMER 2. Basketball Bundesliga.

Nachdem Cheftrainer Frank Menz an die Seitenlinie der Saalestädter zurückkehrte und auch Marcus Tyus wieder zum Spieltageskader gehörte, gelang es Science City das Duell trotz eines anfänglichen 23:17-Rückstandes nach dem Startviertel im weiteren Verlauf der Partie zu drehen und über weite Teile zu bestimmen. Ohne die weiterhin ausfallenden Dennis Nawrocki, Demarcus Holland und Matt Vest nutzte Jenas Headcoach fast die gesamte Bandbreite seines Kaders, um die Nordseestädter mit aller Intensität sowohl im Spiel als auch in der Tabelle zu distanzieren. Fast komplett abgemeldet durch die Jenaer Defensive wurde Liga-Topscorer Trey Davis, der in 31 Minuten mit 14 Punkten deutlich unter seinen üblichen Schnitt (22.0 PpG) blieb.

Bereits am Samstagabend um 19.00 Uhr steht Science City Jena die nächste, keinesfalls zu unterschätzende Auswärtshürde bevor, wenn es in Tübingen zum erneuten Duell der beiden Wolf-Brüder Julius und Enosch kommt. Ob es dem Team aus Jena-Burgau gelingt, ihrem Trainer ein Geburtstagsgeschenk in Form der nächsten Pluspunkte zu machen, können Fans und Zuschauer natürlich erneut auf Sportdeutschland TV verfolgen.

Während sich eine Prognose zum Verlauf dieser Partie aufgrund unterschiedlichster Parameter nur schwer treffen ließ, ein Duell mit offenem Ausgang zu erwarten war, eröffneten beide Clubs das Duell bis zum zwischenzeitlichen 12:12 (5.) im Gleichschritt. Erst im Anschluss gelang es den Gastgebern, sich bis zur ersten Viertelpause abzusetzen und einen 23:17-Vorsprung zu erspielen. Nach einem frühen Friederici-Dreier zum 26:17 in den zweiten Abschnitt startend, konterte Science City in den anschließenden Minuten durch einen 10:0-Lauf und ging mit 27:26 in Front. Offensiv in dieser Phase durch Kasey Hill getragen, wechselten Führungen und ausgeglichene Spielstände nun im Minutentakt, bevor sich die Thüringer ab Mitte des Viertels zunehmend absetzten. Ein von Kasey Hill, Melvin Jostmann und Robin Lodders herausgearbeiteter 35:30-Vorsprung (16.) zwang Eisbären-Coach Michael May schließlich zur Auszeit. Nachdem auch Jenas Trainer Frank Menz beim Stand von 35:34 seine erste Timeout-Karte gezogen hatte, sorgte ein von Julius Wolf auf Stephan Haukohl gespielter Lehrbuch-Assist für das 37:34. Bis zur Halbzeitpause gab es jedoch noch zwei weitere spektakuläre Jenaer Körbe zu bestaunen. Zunächst verpasste es Melvin Jostmann, seinen Dreier mit Brett zur Jenaer 43:37-Führung anzusagen, der Korb zählte natürlich trotzdem. Nachdem Kasey Hill drei Sekunden vor der Pausensirene mit zwei Freiwürfen auf 45:37 gestellt hatte, stealte er seinen Gegenspieler Marvin Heckel auf Höhe der Mittellinie um einen Distanzwurf, der diesen Namen auch verdient, parallel zum Buzzer durch die Bremerhavener Reuse rutschen zu lassen, Halbzeit – 48:37.

Beflügelt vom zweistelligen Vorsprung, startete Science City mit Teamplay und intensiver Verteidigung in die zweite Hälfte. Erneut war es Kasey Hill, der Marvin Heckel in der 22. Minute auf Höhe der Mittellinie den Ball klaute und es per Dunk zum 59:41 krachen ließ. Während Frank Menz in dieser Partie nicht selten „en bloc“ wechselte, seinen Akteuren auf diese Art immer wieder die nötigen Pausen zum Durchatmen gab, lief Jenas Spiel nun wie an der Schnur gezogen. So hätten die Saalestädter dieses Duell nach einem Dreier von Zamal Nixon zum 69:50 (26.) fast schon abhaken können. Doch Bremerhavens bester Spieler dieses Abends, Kevin Yebo, stemmte sich mit jedem seiner 207 Zentimeter gegen die frühe Vorentscheidung. Durch acht Punkte innerhalb von vier Minuten sorgte der ehemalige Hamburg Tower quasi im Alleingang dafür, die sich abzeichnende Heimniederlage auf das Schlussviertel zu verschieben. Immernoch komfortabel mit 71:60 in Front liegend, eröffneten beide Teams den finalen Akt.

Hier geriet Jenas wegweisender „Big Point“ an der Nordsee nach dem zwischenzeitlichen 71:65-Anschluss durch Trey Davis (31.) zwar noch einmal kurzzeitig ins Wackeln, die Thüringer blieben bis zur letzten Sirene der Partie jedoch entschlossen und stabil genug, um sämtliche Eisbären-Angriffe einer möglichen Aufholjagd zu unterbinden und abzuwehren.

Frank Menz (Headcoach Science City Jena): „Ich bin sehr zufrieden über unseren Sieg, mit der guten Leistung, der Stabilität und Mentalität, die das Team gezeigt hat. Ich denke, dass wir mit diesem Erfolg nach den letzten Spielen einen Schritt nach vorn gemacht haben. Die Jungs haben bis zum Schluss den Fokus gehalten. Bremerhaven gehört zu den vier Anwärtern, die um den Aufstieg kämpfen. Sie haben Rostock zweimal geschlagen. Uns ist es aus unterschiedlichen Gründen bislang nur selten gelungen, unsere PS auf die Straße zu bringen. Dementsprechend werden wir zukünftig noch mannschaftlich geschlosseneren Basketball spielen müssen, um uns in der Spitzengruppe der Liga behaupten zu können. Die ProA ist schließlich auch in dieser Saison enorm ausgeglichen. Das zeigen die Ergebnisse an fast jedem Spieltag. Umso wichtiger ist es, das Hauptaugenmerk auf Teamplay zu richten, weniger auf das Ego. Wir haben jetzt natürlich nicht viel Zeit, um uns auf diesem Sieg auszuruhen, da bereits am Samstag die nächste Hürde in Tübingen auf uns wartet. Insofern hat die Vorbereitung auf das Spiel bei den Tigers bereits begonnen“

Julius Wolf (Flügelspieler Science City Jena): „Ich denke, dass wir eine sehr gute, geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt haben. Defensiv ist es uns gelungen, den Topspieler der Eisbären rauszunehmen. Auch vorn haben wir gut zusammengespielt. Melvin hat mal wieder einen ganz wichtigen Dreier getroffen, mit Brett. Jeder Spieler hat heute seinen Teil dazu beigetragen, dass wir als Sieger vom Parkett gehen konnten. Das war ein am Ende souveräner und verdienter Sieg für unser Team“

Kasey Hill (Point Guard Science City Jena): Das ist ein guter und wichtiger Sieg für uns als Mannschaft. Wir sind auch in den knappen Phasen jederzeit stabil geblieben und haben zusammen als Team gespielt. Auf dieser Leistung lässt sich für die bevorstehenen Spiele aufbauen. Wichtig ist, dass wir unseren Basketball spielen.

Punkteverteilung Science City: Hill 16, Lodders 16, Nixon 14, Smith 10, Wolf 8, Haukohl 7, Ferner 6, Jostmann 4, Tyus 3, Odiase 3, Radojicic 2 – Rodrigues (DNP)

Spielfilm: 1. Viertel 23:17 – 2. Viertel 39:48 – 3. Viertel 60:71 – 4. Viertel 79:89

Vollständiges Scouting

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV