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26. 04. 2021

Die Playoff-Vorschau auf Jenas Gruppengegner Rostock, Leverkusen und Quakenbrück

Erstmalig seit Gründung der BARMER 2. Basketball Bundesliga werden die Playoffs um den Aufstieg in die easyCredit BBL in zwei 4er Gruppen ausgespielt. Während sich Heidelberg, Bremerhaven, Kirchheim und Schwenningen parallel zur Jenaer #Hammergruppe duellieren, trifft Science City auf die ROSTOCK SEAWOLVES, die BAYER Giants Leverkusen und die Artland Dragons Quakenbrück. Die Konstellation nach der regulären Saison wollte es so, dass sich mit den beiden Clubs aus Thüringen und Mecklenburg zwei Vereine gegenüberstehen, die sicher gern auch zusammen den Weg in die Erstklassigkeit angetreten hätten, um den aktuellen bestehenden „Ostblock“ aus Chemnitz und Weißenfels zu erweitern. Wie bei der schottischen Highlander-Saga um Connor MacLeod wird es in Playoff-Gruppe 1 jedoch am Ende „nur einen geben können.“ 

Dass Jenas Playoff-Wochen sowohl sportlich als auch individuell viel mehr zu bieten haben, als die Stärken oder Schwächen der betreffenden Mannschaften, zeigt ein Blick auf die Ergebnisse der regulären Saison. Überwiegend knappe Partien, meist bis in die jeweiligen Schlussphasen umkämpfte Begegnungen und zahlreiche enge Duelle lassen bereits im Vorfeld den Schluss zu, welch anspruchsvolle Aufgaben vor den Kontrahenten liegen. Ungeachtet der beiden favorisierten Teams aus der Hansestadt und von der Saale starten Leverkusen und Quakenbrück mit einem großen Vorteil in den Wettbewerb – gänzlich frei von Druck und Erwartungshaltung. So haben die Giants und die Dragons das Potenzial, zum unberechenbare Zünglein an der Waage zu avancieren, wenn nicht sogar zu mehr.


Die ROSTOCK SEAWOLVES

Die von Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann gecoachten Ostseestädter starten zum Auftakt der Playoffs als Favorit in die Gruppenphase. Nicht zuletzt durch ihre Platzierung als ProA-Spitzenreiter der regulären Saison konnten die Seewölfe bereits unter Beweis stellen, über wie viel Stabilität der Kader (trotz zwischenzeitlicher Ausfälle) verfügt und das er nur für ein Ziel zusammengestellt wurde – den Aufstieg.

Abschluss nach der regulären Saison: 1. Platz – 28 Spiele, 22 Siege, 6 Niederlagen

Stärken

Sniper-Alarm: mit 38.8 Prozent verwandelter Dreier traf HRO (knapp nach BHV - 39.0%) am erfolgreichsten jenseits des Perimeters

Qualita-tief aufgestellt: sechs Seawolves (abzüglich Rain Veideman, der Ende Februar nach Italien wechselte) scoren im Schnitt zweistellig

Nervenstärke: die Rostocker stellen mit 82.5% (20.2/24.5) verwandelter Freiwürfe in dieser statistischen Kategorie das beste Team

geringe Fehleranfälligkeit: Mit nur 11.9 Ballverlusten pro Partie leisteten sich die Seawolves die wenigsten Turnover aller Konkurrenten

Key-Wolf: Behnam Yakhchali Dehkordi (17.2 PpG, 45.8% 3PT)

Stärkster Deutscher: Brad Loesing (11.4 PpG / 4.0 ApG)

Frank Menz über die Seawolves: Rostock startet mit einem qualitativ enorm starken, aber auch sehr breit besetzten Kader als Topfavorit in die Playoffs. Sie verfügen über mehrere Spieler, die in ihrer Karriere bereits internationale Erfahrung gesammelt haben. Die Mannschaft setzt sich aus ausnahmslos fertigen Spielern zusammen. Das ist ein großer Unterschied zu den anderen Teams. Zudem blieb Rostock von Corona verschont, hatte eine starke Vorbereitung und konnte alle Spiele absolvieren. Sie leisten sich die wenigsten Ballverluste, was unterstreicht, wie abgezockt und diszipliniert sie spielen. Zudem verfügen sie über ein sehr gutes Teamplay. Aber auch Rostock hatte über die Saison viele knappe Spiele sowie einige Niederlagen. Insofern sind sie trotz ihrer Favoritenrolle verwundbar.

Spieltermine: am 17.04.2021 um 18:00 in der Sparkassen-Arena Jena - am 02.05.2021 um 16:00 Uhr in der StadtHalle Rostock


Die BAYER Giants Leverkusen

Die von Hansi Gnad trainierten Rheinländer entwickelten sich im Verlauf der regulären ProA-Saison zu einer der großen Positiv-Überraschungen des Spieljahres. Basierend auf ihrer Heimstärke (13:1 Siege) in der gleichermaßen altehrwürdigen wie fast uneinnehmbaren Wilhelm-Dopatka-Halle (neu: Ostermann-Arena) gelang es lediglich einem Konkurrenten, die Punkte zu entführen – Science City Jena. Sportlich gesehen liegt der Rekordmeister deutlich über den Erwartungen und kann ohne Druck in die sechs Begegnungen starten.

Abschluss nach der regulären Saison: 5. Platz – 28 Spiele, 18 Siege, 10 Niederlagen

Stärken

Block-Party incoming: gemeinsam mit den Artland Dragons und den Tigers Tübingen blockte Leverkusen die meisten Würfe des Gegners (alle 3.5 BpG) - allein Kapitän und Center-Hüne Dennis Heinzmann wamst mit 1.7 BpG über die Hälfte der Leverkusener Blocks in Richtung dritte Stuhlreihe

treffsichere Riesen: mit 49.7 Prozent aller verwandelten Würfe aus dem Feld verfügen die Giants (nach PAD 49.8%) über die zweitbeste Quote aller Teams

Vorsicht Ballklauer: Leverkusen verfügt mit John Stuart „J.J.“ Mann über den gefährlichsten Balldieb aller Zweitligisten – der 29-jährige US-Amerikaner stealte seine Gegenspieler 2.4 Mal pro Partie!

Key-Giant: Haris Hujic (16.0 PpG, 45.2% 3PT, 4.2 ApG)

Stärkster Deutscher Haris Hujic (16.0 PpG, 45.2% 3PT, 4.2 ApG)

Frank Menz über die Giants: Leverkusen ist sicher die positivste Überraschung der Saison. Sie verfügen zusammen mit Rostock über die beste Heimbilanz aller Clubs. Bis auf das Duell gegen uns konnten sie alle Mitkonkurrenten, also auch sämtliche Topteams, mindestens einmal schlagen. Das spricht für ihre Qualität und Mentalität. Insofern muss man Leverkusen definitiv auf der Rechnung haben. Der Kader ist vielleicht nicht ganz so tief besetzt, was sich aufgrund der kurzen Abstände zwischen den Spielen im Verlauf der Gruppenphase bemerkbar machen könnte, aber gerade am Anfang werden sie sehr schwer zu spielen sein.

Spieltermine: am 20.04. um 19:30 in der Ostermann-Arena - am 29.04. um 19:30 Uhr in der Sparkassen-Arena Jena


Die Artland Dragons Quakenbrück

Der Deutsche Pokalsieger des Jahres 2008 qualifizierte sich mit einer ausgeglichenen Bilanz für die Playoffs. Während die Drachen zu den sechs Konkurrenten gehören, die Science City Jena im Verlauf der regulären Saison bezwingen konnten, leistete das Team von Headcoach Tuna Isler auch im Rückspiel, erst vor wenigen Tagen, am 08. April 2021, bis zur Schlusssirene erbitterten Widerstand. Sportlich gesehen gilt für die Niedersachsen in den Playoffs dasselbe wie für Leverkusen: große Motivation, wenig Druck.

Abschluss nach der regulären Saison: 8. Platz – 28 Spiele, 14 Siege, 14 Niederlagen

Stärken

Topscorer der Liga: Die 531 Punkte (19.7 im Schnitt) von Gerel Simmons haben gereicht, um als Topscorer der regulären Saison in die Playoffs zu starten

Block-Party Teil 2: Die Artland Dragons rangieren hinter Gruppengegner Leverkusen (99) mit 97 Blocks auf dem zweiten Platz der Statistik

Robuste Drachen unterm Korb: Quakenbrück stellt das zweitbeste Rebound-Team der Liga. Die Drachen griffen sich 1069 Abpraller und mussten sich in der Kategorie nur Trier (1122) geschlagen geben

Key-Dragon: Gerel David Simmons (19.7 PpG, 42.5% 3PT)

Stärkster Deutscher: Robert Oehle (13.4 PpG, 6.9 RpG)

Frank Menz über die Dragons: Quakenbrück ist ein gleichermaßen interessanter wie unberechenbarer Gegner. Auch wenn die Dragons einen Großteil ihrer Siege gegen schwächere Mannschaften einfahren konnten, haben sie in den direkten Duelle gegen Topteams häufig einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Sie haben unser Team im Hinspiel der regulären Saison bezwungen, konnten zudem in Heidelberg und in Trier gewinnen. Auch bei den knappen Niederlagen in Rostock und Bremerhaven, mit jeweils nur vier Punkten, hat das Team gezeigt, dass man es keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Spieltermine: am 23.04.2021 um 19:30 Uhr in der Sparkassen-Arena Jena – am 26.04.2021 um 19:30 Uhr in der Artland-Arena


Eine Übersicht aller direkten Duelle des regulären Spieljahres 2020/2021

HRO vs. ART 86:64 (A), 96:92 (H) 2:0

HRO vs. LEV 86:83 (H), 82:95 (A) 1:1

HRO vs. SCJ 79:86 (A), 84:75 (H) 1:1

4:2

SCJ vs. ART 89:93 (A), 97:93 (H) 1:1

SCJ vs. HRO 86:79 (H), 75:84 (A) 1:1

SCJ vs. LEV 72:65 (A), 104:99 (H) 2:0

4:2

LEV vs. ART 92:89 (H), 77:69 (A) 2:0

LEV vs. SCJ 65:72 (H), 99:104 (A) 0:2

LEV vs. HRO 95:82 (A) 83:86 (A), 1:1

3:3

ART vs. SCJ 93:89 (H), 93:97 (A) 1:1

ART vs. HRO 64:86 (H), 92:96 (A) 0:2

ART vs. LEV 89:92 (A), 69:77 (H) 0:2

1:5