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10. 05. 2022

Drama in den Schlussminuten – Medipolis SC Jena unterliegt in Rostock mit 85:78

Schlecht ins Spiel gestartet, charakterstark aufgeholt und in den beiden Schlussminuten auf ziemlich bittere Art und Weise doch verloren. Medipolis SC Jena kehrt mit einer 85:78-Niederlage vom 3. Halbfinal-Duell bei den Rostock Seawolves von der Ostsee zurück. Nachdem die Thüringer im 2. Viertel zwischenzeitlich noch mit 20 Punkten (12., 32:12) zurückgelegen hatten, startete das Team in der zweiten Hälfte eine atemberaubende Aufholjagd, die das Duell beim Stand von 79:78 (Dreier, Brandon Thomas) fast doch noch gekippt hätte. Die spielentscheidende Szene ereignete sich 63 Sekunden vor der Schlusssirene nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung, welche das Duell aufgrund eines als unsportliches Foul gewerteten Kontaktes in Richtung der Gastgeber abknicken ließ.

Von Julius Wolf und Brandon Thomas mit je 17 Punkten angeführt, lief Medipolis SC Jena einem 24:12-Rückstand des Auftaktviertels bis zum 44:31-Halbzeitstand hinterher. Erst nach dem Kabinengang kam das Team von Trainer Domenik Reinboth besser ins Spiel, verkürzte bis zur 30.MInute auf 66:57, bevor die Partie im Schlussviertel noch einmal Dramatik zulegte. Korb um Korb verkürzend, befanden sich die Thüringer nach einem erfolgreichen Distanzwurf von Julius Wolf zum 77:74-Anschluss wieder in direkter Sichtweite eines Auswärtssieges. Während die Hanseaten in dieser Phase von der ihrer enorm lautstarken Kulisse (3.569 Zuschauer) angetrieben wurden - darunter auch knapp 30 Jenaer Fans, die sich immer wieder bemerkbar machen konnten - legte Brandon Thomas mit einem Dreier auf 79:78 nach. Eine anschließende 8-Sekunden-Violation der Seawolves konnte Jena nach Foul an Center Alex Herrera an der Freiwurflinie nicht bestrafen, bevor es zur umstrittenen Entscheidung kam. Das U-Foul von Nico Brauner gegen Jordan Rowland erwies sich letztendlich als vorentscheidender Momentum-Killer dieses Duells. Der Seawolves-Guard ließ sich die Chance an der Linie nicht entgehen und sorgte in der hektischen Schlussphase mit insgesamt sechs verwandelten Freiwürfen für die späte Entscheidung zu Gunsten der Hausherren.

Christian Held (Headcoach ROSTOCK SEAWOLVES): „Wir haben über weite Strecken sehr gut gereboundet und sind bei unserem Gameplan geblieben. Wir wollten Jena unter 80 Punkten halten; die Verteidigung war heute der Schlüssel zum Sieg. Das Publikum hat uns heute getragen.“

Domenik Reinboth (Headcoach Medipolis SC Jena): „Im Gegensatz zum ersten Halbfinale sind wir gestern Abend schlecht gestartet und haben sehr lange gebraucht, um im Spiel anzukommen. Bedingt durch den Druck der Rostocker, die uns aus den Plays gepresst haben und aufgrund viel zu vieler abgegebener Offensiv-Rebounds, die ihnen immer wieder zusätzliche Würfe ermöglichten, hat sich der Rückstand zunehmend vergrößert. In der zweiten Hälfte ist es den Jungs gelungen, sich bravourös zurückzukämpfen und das Spiel bis eine Minute vor Schluss zu kontrollieren.“

Julius Wolf (Kapitän Medipolis SC Jena): „Natürlich haben wir uns im letzten Viertel stark zurückgekämpft. Wenn man aber das erste Viertel verschläft, auswärts, in den Playoffs, wird es extrem schwer, um so ein Spiel noch umzubiegen, weil man enorm viel Kraft investieren muss. Die Serie ist allerdings noch nicht vorbei. Jetzt zählt es am Donnerstagabend. Wir werden alles raushauen, um ein Spiel am Sonntag zu erzwingen und dann sind auswärts aller guten Dinge drei.“

Punkteverteilung Medipolis SC Jena: Wolf 17, Thomas 17, Chapman 12, Kazadi 8, Simmons 8, Herrera 7, Brauner 6, Radojicic 3, Haukohl, Plescher, Bank – Alberton (DNP)

Spielfilm: 1. Viertel 24:12 – 2. Viertel 44:31 – 3. Viertel 66:57 – 4. Viertel 85:78

Kompletter Boxscore

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV