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23. 11. 2019

Emotionaler Jenaer Heimsieg im Bruderduell – Science City schlägt Tübingen mit 86:78

Mit einem gleichermaßen umkämpften wie emotionalen 86:78-Sieg gegen die Tigers aus Tübingen bleibt Science City Jena in der BARMER 2.Basketball Bundesliga in der Erfolgsspur. Die Saalestädter bezwangen die Gäste aus Baden-Württemberg am Samstagabend vor 2015 Zuschauern in der Sparkassen-Arena schlussendlich verdient und feierten ihren zehnten Sieg im 12 Spiel. Nach dem vierten Sieg in Folge setzen sich die Saalestädter im Spitzentrio der ProA fest und rangieren nach dem Bremerhavener Auswärtserfolg in Nürnberg punktgleich mit den Nordseestädtern hinter Tabellenführer Chemnitz.

Während vor der Begegnung Birgit Menz mit einer Schweigeminute gedacht wurde, Cheftrainer Frank Menz aus nachvollziehbaren privaten Gründen dem Spiel ferngeblieben war, übernahm Steven Clauss an der Jenaer Seitenlinie.

Der zunächst in den Hintergrund gerückte sportliche Schlagabtausch begann aus Jenaer Sicht verhalten. Zwar sorgte die erste spektakuläre Alley-Hoop-Kombination von Matt Vest auf Alex Herrera zum 9:9-Ausgleich für Begeisterung unter den Zuschauern, dennoch benötigten die Thüringer einige Minuten, um sich in dieser Partie freizuspielen. Erneut von Matt Vest in Szene gesetzt, war es in der Folge Justin Leon, der die Saalestädter mit einem Dunk zum 13:9 auf den Weg brachte, bevor sich die Gastgeber bis zur Viertelpause auf 20:14 absetzen konnten.

Obwohl die Thüringer zu Beginn des zweiten Abschnitts ihren Vorsprung beim zwischenzeitlichen 24:14 (12.) erstmalig zweistellig ausbauten, gelang es den Gäste in Schlagdistanz zu bleiben. Science City war nach einem Dreier von Matt Vest zwar zwischenzeitlich auf 38:25 (16.) enteilt, bis zur Pausensirene schmolz dieser Vorsprung jedoch wieder auf drei Zähler. Offensiv primär durch den zielstrebig abschließenden Justin Strings getragen, der bis zum 40:37-Halbzeitstand mit 20 Punkten über die Hälfte des Tigers-Scorings übernommen hatte, hielt der Flügelspieler sein Tübinger Team praktisch allein im Spiel.

Nach der Rückkehr aus den Halbzeitkabinen hatten die Gäste zunächst das erste Wort. Zwei Korbleger von Kris Fulwood-Davis kippten das Spiel kurzzeitig in Richtung der Tigers, bevor die Saalestädter infolge eines erfolgreichen 7:0-Laufs auf 47:41 konterten. Ungeachtet der kontinuierlichen Jenaer Führung(en) verlief das Spiel bis zum Viertelende wie ein Hase-und-Igel-Spiel. Mit einem knappen Vorsprung von 64:59 in den Schlussabschnitt startend, gelang es den Jenaer Riesen zunächst nachzulegen. Durch einen Korb des überall zu findenden Jenaer Centers Alex Herrera hatte sich Science City auf 68:61 (32.) abgesetzt, bevor die Neckarstädter in Person ihrer Bruder-Hälfte Enosch Wolf kraftvoll und energisch antworteten. Der Tübinger Center, der in diesem Spiel nur selten zeitgleich mit seinem Jenaer Bruder Julius das Parkett teilte, sorgte mit seiner physischen Präsenz unter dem Jenaer Korb für den 68:65-Anschluss (34.) bevor er sich in der folgenden Jenaer Offensivaktion mit seinem 5. Foul auf die Gästebank verabschieden musste. Dafür übernahm erneut Justin Strings, der bis auf 68:67 verkürzte und Science City zu taktischen Auszeit zwang. Mit einem Korb zum 70:67 und einem vergebener Freiwurf, den er mit einem Monsterblock an Tanner Graham kompensierte, war es Alex Herrera, der kurz nach dem Timeout für Science City die Richtung vorgab. Währenddessen nahm die Partie mit zunehmender Spielzeit Fahrt und Dramatik auf, bevor einmal mehr Kapitän Dennis Nawrocki die Rolle des Spielverderbers für das Gästeteam übernahm. Nachdem die Tübinger sich über 71:71 und 73:72 in die Crunchtime gehangelt hatten, sorgte der gebürtige Braunschweiger 169 Sekunden vor Ultimo mit zwei staubtrockenen Abschlüssen für einen stabile Jenaer Vorsprung – 78:72. Den Deckel endgültig drauf machte Brad Loesing exakt 58.5 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem Distanzwurf zum 83:73. Alles weiteren Aktionen bis zum Ende hatten ausschließlich statistischen Charakter.

Doug Spradley (Cheftrainer Tigers Tübingen): „Erstmal Glückwünsche zum verdienten Sieg an Steven und die Jenaer Mannschaft. Ich möchte nicht viel über das Spiel sagen. Wir haben nicht gut genug gespielt, um heute hier zu gewinnen. Punkt, fertig, aus.“

Steven Clauss (Trainer Science City Jena): „Ich habe großen Respekt für Doug. Wir kennen uns sehr lang, sind schon eine ganze Weile im Trainergeschäft und wenn man gesehen hat, wie seine Mannschaft am letzten Wochenende Bremerhaven geschlagen hat, hatte ich schon im Vorfeld die Befürchtung, dass uns ein sehr schweres Spiel erwarten wird. Das war es heute auch. Wir haben einige einfache Punkte liegen gelassen und nicht so gut gereboundet, wir ich mir es gewünscht habe, Justing Strings hat eine überragende erste Halbzeit gespielt. Wir haben uns sehr schwergetan, ihn in dieser Phase zu stoppen. Das ist uns bei den Guards der Tübinger viel besser gelungen. Am Ende haben wir aufgrund unser konsequenten Verteidigung das Spiel wieder zurückholen und entsprechend verdient gewinnen können.“

Punkteverteilung Science City Jena: Nawrocki 20, Herrera 16 (12 Reb.), Loesing 16, Leon 12, Wolf 8, Vest 8, Mackeldanz 4, Heber 2, Ferner – Reyes-Napoles, Jostmann, Radojicic

Punkteverteilung Tigers Tübingen: Strings 27, Fulwood-Davis 15, E. Wolf 11, Stammberger 10, Baldwin 7, Nyama 4, Neumann 2, Bekteshi 2, Smith Jr., Graham

Spielfilm: 1. Viertel 20:14 - 2. Viertel 40:37 - 3. Viertel 64:59 - 4. Viertel 86:78