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20. 02. 2021

Science City Jena siegt in Ehingen und verteidigt ProA-Tabellenführung

Viel Kampf, viel Krampf aber unter dem Strich ein Sieg und zwei wichtige Pluspunkte. Science City Jena kehrt nach der Partie in Ehingen mit einem verdienten 79:74-Erfolg nach Thüringen zurück und verteidigt die Tabellenführung in der BARMER 2. Basketball Bundesliga.

Während die Saalestädter das Duell bei den Baden-Württembergern zunächst klar im Griff hatten, schwand die Souveränität im Verlauf der zweiten Hälfte. Im Gegensatz zum Auftritt am Dienstag bei den Artland Dragons gelang es Jenas Bundesliga-Riesen jedoch, den kurz vor Ende auf vier Punkte geschmolzenen Vorsprung über die Ziellinie zu schieben. Hauptsächlich bedingt durch eine dürftige Trefferquote aus der Distanz - nur zwei von 14 Dreier fanden ihr Ziel (12 Prozent) - verpassten es die Thüringer, den Sieg eher in trockene Tücher zu bringen.

Von Topscorer Robin Lodders (22 Pkt.) und Kasey Hill mit einem Double-Double (12 Pkt. 10 Ass.) statistisch angeführt, lag Science City nach einer frühen Ehinger 2:0-Führung ohne Unterbrechung vorn, musste sich in einer zuspitzenden Schlussphase beim Stand von 77:74 allerdings noch einmal kräftig strecken. Jenas Center Robin Lodders sicherte 12 Sekunden vor der Sirene den wertvollen Sieg an der Freiwurflinie.

Einen positiven Einstand im Jenaer Trikot feierte unterdessen Neuzugang Norense Odiase, der in seiner Premiere nicht nur mit elf Punkten, drei Rebounds sowie einem Block überzeugte, sondern auch seine defensiven Qualitäten andeuten konnte.

Während die Thüringer konzentriert in die Begegnung starteten, anfänglich nur kurz mit 0:2 in Rückstand gerieten, drehten Robin Lodders, Julius Wolf und Stephan Haukohl den Score innerhalb weniger Angriffssequenzen auf 6:2 (2.). Auch im weiteren Verlauf des Auftaktviertels überzeugte das Team von der Saale, dass sich kontinuierlich absetzen konnte und nach einem Dunk von Stephan Haukohl mit 12:6 (6.) in Front lag. Unmittelbar zuvor hatte Norense Odiase erstmals für Science City das Parkett betreten und nur 15 Sekunden benötigt, um mit einem Block an De'Quan Abrom seine erste defensive Duftmarke zu setzen. Auch offensiv fand der Ex-Bamberger gut ins Spiel, erhöhten zwischenzeitlich auf 14:8 (7.), bevor er die Jenaer Gäste 7.6 Sekunden vor der Sirene mit einem Dunk zur 20:12-Führung in die erste Viertelpause verabschiedete.

Die ersten fünf Minuten des zweiten Abschnitts standen dann zunächst ganz im Zeichen des Science-City-Duos Kasey Hill und Robin Lodders. Fast im Alleingang sorgte die Guard-Center-Combo für eine 35:24-Vorsprung (15.), der nicht zuletzt aufgrund der intensiven Defense in Reihen der Thüringer bis zur Halbzeitpause auf 45:30 anwuchs. So war es ein gewaltiger Block von Andrew Smith gegen Ehingens Flügel Mathias Groh, welcher in der 15. Minute zum Viertel-Highlight avancierte. Das bis zur Halbzeit einzige größere Manko der Thüringer war unterdessen jenseits des Perimeters zu finden. Von draußen gänzlich ohne Treffer, leuchtete eine rote Null in der Statistik-Spalte der Dreier (0/6).

Der Wiedereintritt in die zweite Hälfte verlief unterdessen wie gewünscht. Durch Kasey Hill an der Freiwurflinie auf 17 Punkte enteilt, schien Science City beim Stand von 47:30 (21.) dem erwarteten Auswärtssieg entgegenzueilen. Doch die Hausherren wehrten sich und nutzten drei Minuten Jenaer Leerlauf, um mit einem 9:0-Lauf auf 47:39 zu verkürzen. Offensiv nur durch einen Korbleger von Kasey Hill (49:39) unterbrochen, entrundeten sich die Ehinger nun Punkt um Punkt. Während sich das fehlende Wurfglück hinter der 6,75m Markierung für Science City in dieser Partie zu einer echten Problemzone entwickelt hatte, gingen beide Teams beim Stand von 62:53 in den Schlussabschnitt.

Bis auf 62:57 hatten die Baden-Württemberger nach dem Auftakt in die letzten zehn Minuten verkürzt, bevor Joschka Ferner – endlich – den Jenaer Premiere-Dreier zum 65:57 erzielen konnte. Einmal im Flow, legte der Flügel in der anschließenden Offense zum 68:57 nach und stabilisierte so den Vorsprung kurzzeitig. Doch Ehingen hatte längst die zweite Luft geatmet. Mit einem erneuten Lauf bis zum 68:65-Anschluss (33.) befanden sich die Schwaben zurück in Schlagdistanz und ließen sich auch in der verbleibenden Spielzeit nicht vorentscheidend abschütteln. Durch einen Korbleger von Julius Wolf zum 73:65 (35.) zur Auszeit gezwungen, startete auf beiden Seiten die Phase der vergebenen Gelegenheiten. Dass der letztendlich verdiente Erfolg von Science City noch einmal ins Wanken geriet, hatten die Ehinger ihrem Center Akim-Jamal Jonah zu verdanken, der 34 Sekunden vor Ultimo mit einem Korbleger auf 77:74 verkürzte. Doch Robin Lodders, an diesem Abend verlässlichster Scorer der Thüringer, klärte 12 Sekunden vor der finalen Sirene mit zwei Freiwürfen endgültig die Rollen dieser Partie.

Steven Clauss (Coach Science City Jena): „Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt, in der es den Jungs gelungen ist, Ehingen in die Schranken zu verweisen. Die Jungs haben gut verteidigt und sich einen auch in dieser Höhe verdienten Vorsprung von 15 Punkten erkämpft. Nachdem wir in die zweite Hälfte gestartet sind, der Gegner auf Ball-Raum-Verteidigung umgestellt hat und wir unsere Würfe von außen nicht getroffen haben, sind wir nervös geworden. Es waren viele freie Schüsse dabei, von denen am Ende aber nur zwei Dreier gesessen haben. Das war nach der Pause unser größtes Problem. Dadurch ist es uns nicht gelungen die Zone der Ehinger auseinanderzuziehen, wirkungsvoller zu spielen und das Spiel früher zu entscheiden. Geholfen haben uns eine solide Verteidigungsleistung sowie 16 Offensiv-Rebounds. Zu Norense kann man sagen, dass er einen super Einstand abgeliefert hat. Wir können mit seinem ersten Auftritt nach zwei Trainingseinheiten mit unserem Team sehr zufrieden sein. Er verteidigt hart, reboundet gut und gibt der Mannschaft zusätzliche Präsenz unter dem Korb. Wir haben ihn allerdings absichtlich nur phasenweise spielen lassen, um keine Verletzung zu riskieren.“

Norense Odiase (Neuzugang Science City Jena):

Punkteverteilung Science City Jena: Lodders 22, Hill 12 (10 Ass.), Wolf 12, Odiase 11, Ferner 8, Haukohl 8, Radojicic 2, Nixon 2, Smith 2, Bank – Jostmann, Rodrigues (DNP)

Spielfilm: 1. Viertel 12:20 – 2. Viertel 30:45 – 3. Viertel 53:62 – 4. Viertel 74:79

Vollständiges Scouting

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV