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16. 11. 2019

Souveräner Start-Ziel-Sieg: Jenaer Riesen schlagen Giants Leverkusen mit 95:68

Einen fast perfekten Abend erwischte Science City Jena am 11. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga gegen die Bayer Giants aus Leverkusen. Die Ostthüringer bezwangen am Samstagabend die Gäste vom Rhein nach 40 dominanten Minuten am Ende deutlich mit 95:68, präsentierten sich vor 1878 Zuschauern in der Sparkassen-Arena enorm spielfreudig und treffsicher.

Nachdem Science City hellwach in die Begegnung startete, sich nach einem Dreier von Kapitän Dennis Nawrocki bis 5. Minute bereits auf 17:3 abgesetzt hatte, lief das Spiel der Thüringer wie ein Schweizer Uhrwerk. Die zuletzt enorm erfolgreichen Gäste wurden im Auftaktviertel vollkommen kalt erwischt, blieben sowohl offensiv als auch defensiv weit hinter den Erwartungen zurück. Bevor die Mannschaft von Trainer Frank Menz in die erste Viertelpause ging, hatte Jan Heber das letzte Wort, als Jenas Junior 1.2 Sekunden vor dem Buzzer seinen Korbleger zur Jenaer 34:10-Führung verwandelte.

Während der Motor der Saalestädter zu Beginn des zweiten Abschnitts zunächst ins Stottern kam, sich die Hausherren drei Ballverluste innerhalb von 90 Sekunden erlaubten, nahm Cheftrainer Frank Menz eine Auszeit, um den Fokus seines Teams neu zu justieren. Fortan lief die dominante Vorstellung seines Kaders ähnlich erfolgreich wie im Auftaktviertel. Egal ob aus der Distanz, innerhalb der Zone oder mit Autorität unter dem Korb, wie beim ersten Dunk von Oliver Mackeldanz zum zwischenzeitlichen 44:17 (16.), bot Science City seinen Fans beste Unterhaltung, die das Publikum entsprechend honorierte. Die Giants versuchten unterdessen zu kontern, präsentierten sich hinsichtlich der kontinuierlich anwachsenden Jenaer Führung jedoch phasenweise wie gelähmt. Nachdem Kapitän Dennis Nawrocki 25.8 Sekunden vor der Halbzeitsirene aus der Distanz auf 52:24 vorlegte, schlug das Ergebnispendel endgültig in Richtung der Thüringer aus. Die Leverkusener verkürzten bis zum Kabinengang zwar noch einmal auf 54:27, dieser Zwischenstand sollte nach dem Spiel jedoch nur noch statistischen Charakter besitzen.

Mit diesem überaus komfortablen Vorsprung im Rücken entwickelte sich auch nach dem Start in die zweite Hälfte ein eher einseitiges Rennen. Science City marschierte, die Bayer Giants versuchten sich unterdessen in Schadensbegrenzung. Nachdem Valentin Blass den Rückstand der Gäste mit seinem Dreier zum 68:49 (27.) nach geraumer Zeit erstmalig wieder unter die 20 Punkte-Marke drücken konnte, antwortete Julius Wolf humorlos, ebenfalls aus der Distanz, zum 71:49. Zwei weitere Treffer jenseits des Perimeters durch Joschka Ferner, Jenas Topscorer des Abends, zum 77:49 klärten endgültig die Rollenverteilung in dieser Partie, bevor das Duell beim Stand von 77:51 in die finalen zehn Minuten einbog.

Während den Riesen vom Rhein bis zum Schlussviertel selbst vermeintlich einfachste Korbleger über den Ring rutschten, gelang Science City Jena weiterhin fast alles. Nach einem weiteren erfolgreichen Dreier von Julius Wolf legte Brad Loesing in der folgenden Sequenz für Alex Herrera auf, der sich mit einem spektakulären Alley-Hoop zum 82:51 (31.) bei seinem Aufbauspieler für den Assist bedankte. Nachdem sich Ermen Reyes-Napoles in der anschließenden Offense per Dreier ebenfalls erfolgreich in die Korbschützenliste der Saalestädter eintragen konnte, sorgten Justin Leon, Matt Vest und Oliver Mackeldanz mit sehenswerten Körben über Ring-Niveau für weitere Highlights, bis Jenas Vorsprung beim 93:54 (36.) auf straffe 39 Punkte anwuchs. Giants-Coach Hansi Gnad reagierte mit einer Auszeit, um ein weiteres Ausufern des Rückstandes zu verhindern.

Hansi Gnad (Cheftrainer Bayer Giants Leverkusen): „Erstmal Glückwunsch an Frank und sein Team zum verdienten Sieg. Unser Gegner hat heute sicher überragend gespielt, aber wir haben sie auch überragend spielen lassen. Das war so natürlich nicht angedacht. Jena hat uns mit seiner Physis den Wind aus den Segeln genommen und wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir einigermaßen mitspielen konnten. Wir hatten einen gebrauchten Tag, Darüber müssen wir nach diesem Spielstand nicht reden.“

Frank Menz (Cheftrainer Science City Jena): „Danke an Hansi für die Glückwünsche, die ich gern an Steven  weitergeben werde. Ich kann die Glückwünsche an Leverkusen jedoch postwendend zurückgeben. Sie haben in den letzten Wochen stark gespielt und nach Chemnitz die meisten Siege in Serie eingefahren. Vielleicht haben sie uns heute aufgrund unserer bisherigen Ergebnisse ein bisschen unterschätzt. Die Spieler sahen vor der Begegnung alle ein wenig locker aus. Insofern wollten wir gleich zu Beginn des Spiels ein Statement abgeben, dass man sich in unserer Halle nicht wohlfühlen darf. Ich freue mich für die Zuschauer, die heute eine Partie gesehen haben die viel Spaß gemacht haben dürfte. Ich freue mich aber auch für unsere Spieler, die zuletzt weniger Einsatzzeit hatten und die sich in diesem Duell alle ganz gut präsentiert haben. Eine Sache hat nicht gut funktioniert. Das waren die 20 Offensiv-Rebounds für Leverkusen. Das ist bei aller Wertschätzung für den Gegner deutlich zu viel. So kurz nach dem Spiel wollen wir uns aber jetzt erst einmal über unseren klaren Sieg freuen, bevor wir uns auf das nächste schwere Heimspiel am Samstag gegen Tübingen vorbereiten. Wir haben gar keinen Grund jetzt überheblich zu werden, nehmen jeden Gegner ernst und wissen ganz genau, was am nächsten Samstag mit den Tigers auf uns zukommt.“

Punkteverteilung Science City Jena: Ferner 15, Leon 13, Vest 13, Loesing 12 (11 Ass.), Herrera 11, Nawrocki 8, Wolf 7, Heber 7, Mackeldanz 6, Reyes-Napoles 3, Jostmann, Radojicic

Punkteverteilung Bayer Giants Leverkusen: Hornsby 14, Lasher 12, Celebic 9, Kahl 5, Blass 5, Edigin 5, Heinzmann 5, Kuczmann 5, Schick 3, Cooper 3, Schönborn 2

Spielfilm: 1. Viertel 34:10 – 2. Viertel 52:27 – 3. Viertel 77:51 – 4. Viertel 95:68